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Uni-Hannover
17. Juli 2017

Reiseliteratur

Reisen als Aufbruch ins Unbekannte, aus Abenteuerlust, dem Wunsch nach Neuem oder nach Erholung, schlicht zum Zweck des Verwandtenbesuchs oder als Dienstreise – das Aufsuchen entfernter Orte fand schon immer statt. Menschen sind mobil und reisen zu unterschiedlichen Zeiten auf...

Was lernst du wirklich?

In diesem Seminar tauchst du in die faszinierende Welt der Reiseliteratur ein und entdeckst, wie Menschen seit dem 18. Jahrhundert ihre Reisen – ob real oder fiktiv – in Worte gefasst haben. Du analysierst die vielfältigen Beweggründe für das Reisen, von Abenteuerlust bis zur Selbstfindung, und lernst, die feinen Unterschiede zwischen Dokumentation und Erzählung zu erkennen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der emanzipatorischen Rolle des Reisens für Frauen.

Das wirst du lernen

  • Die historische Entwicklung und die unterschiedlichen Gattungen der Reiseliteratur vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart nachvollziehen.
  • Zentrale Themen wie Fremderfahrung, Ich-Findung und Exotismus in Reiseberichten kritisch analysieren und diskutieren.
  • Die Bedeutung und die spezifischen Merkmale der Reiseliteratur von Frauen im Kontext gesellschaftlicher Veränderungen verstehen.
  • Die oft fließenden Grenzen zwischen Fakt und Fiktion in literarischen Reisebeschreibungen erkennen und bewerten.
  • Ausgewählte Schlüsselwerke bedeutender Reiseschriftsteller*innen interpretieren und in ihren historischen Kontext einordnen.
  • Deine Fähigkeiten im wissenschaftlichen Arbeiten und in der literarischen Analyse vertiefen.

Passende Berufsfelder

Journalismus (insbesondere Reise- und Kulturjournalismus)Verlagswesen (Lektorat, Redaktion, Programmplanung)Kultur- und TourismusmanagementBildung und Forschung (Lehramt, Literaturwissenschaft)Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation (im Kulturbereich)

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Offizielle Kursbeschreibung

Reisen als Aufbruch ins Unbekannte, aus Abenteuerlust, dem Wunsch nach Neuem oder nach Erholung, schlicht zum Zweck des Verwandtenbesuchs oder als Dienstreise – das Aufsuchen entfernter Orte fand schon immer statt. Menschen sind mobil und reisen zu unterschiedlichen Zeiten auf verschiedene Art und Weise. Und vor allem: Sie erzählen davon. Beliebte Formen sind Berichte, Briefe und Tagebücher, die Authentizität und Unmittelbarkeit suggerieren. Dabei verläuft die Grenze oft schwankend zwischen Dokumentation und Fiktion, tatsächlichen Erlebnissen und Aufschneiderei. Nachprüfen können es die Adressaten, die Daheimgebliebenen, oft nicht. Und nicht selten haben die Reisen überhaupt nicht stattgefunden. Im Seminar soll die Reiseschriftstellerei als zeitunabhängiges Phänomen ab dem 18. Jahrhundert bis heute betrachtet werden. Die Themen Fremderfahrung und Ich-Findung, Exotismus und Flucht vor beengenden Lebensumständen sind allgegenwärtig. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Reiseliteratur von Frauen gelegt, waren Reisen doch oft die einzige Möglichkeit, sich fern der Heimat zu emanzipieren. Betrachtet werden die Maßstäbe setzende 12bändige Reisebeschreibung des Aufklärers Friedrich Nicolai, die empfindsamen Reisebriefe Sophie von La Roches, Goethes Kunsterweckungserlebnis der -Italienischen Reise-, Tiecks romantische -Fahrt ins Blaue-, Bildungsreisen des 19. Jahrhunderts von Fanny Lewald und Fontane, Reiseromanciers des 20. Jahrhunderts bis hin zu Christian Kracht als modernem Reisenden durch Zeit und Raum. Für die Prüfungsleistung ist die Anfertigung einer wissenschaftlichen Hausarbeit vorgesehen. Ein Reader wird bereitgestellt. Zur Einführung: Peter J. Brenner: Der Reisebericht in der deutschen Literatur. Ein Forschungsüberblick als Vorstudie zu einer Gattungsgeschichte. Tübingen: Niemeyer 1990. Zweitfach Deutsch, MA Lehramt Sonderpädagogik Teilnehmerzahl: 30. Universität Hannover WiSe 2015/16 Deutsches Seminar Dr. Antoine Annette