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Uni-Hannover
14. März 2017

Reparieren Restaurieren Umgestalten Didaktische und methodische Aspekte der Kunstvermittlung

Im Rahmen der Veranstaltung Reparieren, Restaurieren, Umgestalten [Koethen in Kooperation mit Improda] werden die Hintergründe und Potenziale einer -Kultur der Reparatur- untersucht, wie sie etwa der Münchner Generaldirektor des Deutschen Museums, Wolfgang M. Heckl in seinem gleichnamigen Buch (2013) vorgeschlagen...

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Im Rahmen der Veranstaltung Reparieren, Restaurieren, Umgestalten [Koethen in Kooperation mit Improda] werden die Hintergründe und Potenziale einer -Kultur der Reparatur- untersucht, wie sie etwa der Münchner Generaldirektor des Deutschen Museums, Wolfgang M. Heckl in seinem gleichnamigen Buch (2013) vorgeschlagen hat - nicht zuletzt als Reaktion auf unsere exzessive Überfluss- und Wegwerfgesellschaft. Sein engagiertes Plädoyer für eine kulturkritische Haltung, sprich: aktiver Protest und ein nachhaltiger, ressourcenschonender Umgang mit den uns umgebenden produzierten Dingen, erlebt bereits neuen Aufschwung und ist durchaus interkulturell zu verorten. Ob als Re-cycling von Kleidungsstücken oder technischen Geräten (von Tonträgern über Küchenutensilien bis hin zu Computern und Handys), oder im Sinne des Up-cycling als aufwertender kreativer Umgang mit Wegwerfprodukten – ein ‚umgestaltendes Aufbereiten‘ findet Eingang in unsere Alltagsästhetik und Ästhetische Bildung. Es verändert ein sorglos konsumierendes Verfügen über die Dinge und erhebt durch seine bewusst ästhetisch-ethische Dimension (kunst)pädagogischen Anspruch. In einem erweiterten Spannungsfeld zwischen (lokalen) Traditionen und globalem Design (i.w.S.) wollen wir der gelebten Vielfalt an kreativen Umwegen und spontanen Improvisationen auf die Spur kommen. Sowohl anhand konkreter Fragestellungen und beispielhafter Projekte als auch in theoretischen Recherchen und eigenen gestalterischen Experimenten werden künstlerische Spielräume ausgelotet und Erfahrungen zur Vermittlung nachhaltiger Praktiken thematisiert. Gleich zum Auftakt gehen wir in medias res und widmen uns in einem Kompaktblock drei ausgewählten Fallbeispielen: einer Museumsausstellung zum Thema, einem zu reparierenden Kunstwerk, und einem Gebrauchsgegenstand, der zum kennzeichnenden Aushängeschild einer Institution umzugestalten ist. Didaktische und methodische Aspekte der Kunstvermittlung am Beispiel des genannten Themenfelds [Improda in Kooperation mit Koethen]: Aus fachdidaktischer Perspektive werden wir uns mit dem Phänomen des Reparierens, seinen ästhetischen Dimensionen, gestalterischen Aspekten und den (kunst-)pädagogischen Implikationen im Zusammenhang mit dem Prinzip Werkstatt (als Ort kreativen Denkens und Handelns) auseinandersetzen. Reparieren ist nicht nur kreativ und macht erfinderisch, es hat auch einen pädagogischen Anspruch, denn: -Wer repariert, setzt sich mit Dingen [seiner Lebenswelt] auseinander, begreift die Welt …- (Heckl 2013) und das Geheimnis der inneren Zusammenhänge der Dinge, die deren Funktion und Bedeutung für unser Leben bestimmen. Im Wechselspiel mit eigenen ästhetischen Erprobungen werden Ansätze der Ästhetischen Bildung erarbeitet und Lern- und Erfahrungspotentiale ausgehend von konkreten ästhetischen Verfahren erörtert. Literatur wird im Seminar bekannt gegeben. Koethen, Eva, Prof. Dr. Universität Hannover WiSe 2015/16 Institut für Gestaltungspraxis und Kunstwissenschaft Improda Dennis