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17. Juli 2017Schön ist anders obwohl
Schön ist anders, obwohl... Was fasziniert an der Darstellung des Hässlichen, Schrecklichen und Grausamen? Was ist schön und was ist hässlich? Wie können wir unser ästhetischen Empfinden beschreiben und erklären? Obwohl doch eigentlich unsere ästhetische Wahrnehmung schöne Dinge bevorzugen sollte,...
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Was fasziniert an der Darstellung des Hässlichen, Schrecklichen und Grausamen?
Was ist schön und was ist hässlich? Wie können wir unser ästhetischen Empfinden beschreiben und erklären? Obwohl doch eigentlich unsere ästhetische Wahrnehmung schöne Dinge bevorzugen sollte, kann immer wieder festgestellt werden, dass Darstellungen, des Hässlichen, Grausamen und Schrecklichen nicht nur unsere Aufmerksamkeit erregen, sondern diese sogar für schön empfunden werden, oder zumindest eine extreme Faszination auslösen.
Seit den Anfängen der Kunstgeschichte existieren Illustrationen, die als grotesk angesehen werden. Es handelt sich um Darstellungen, die natürliche Proportionen zum Monströsen hin entwickeln und bzw. oder zu Hybridbildungen tendieren. Der Körper löst sich in Einzelteile auf, wächst über sich selbst hinaus, verwandelt sich in Tierformen und Gegenstände. Stets bezieht er sich auf Monstrosität (vgl. Kremer 2000, S. 214/215). Karl Rosenkranz versucht in seinem 1853 erschienenen Werk Ästhetik des Hässlichen dieses Phänomen der Ästhetik des Hässlichen genauer zu beleuchten. In Bezug auf die Kunst spricht er davon, dass das Hässliche, das er hier mit dem Teuflischen und damit Bösen auf eine Ebene setzt, nicht ausgespart werden darf, wenn man gewillt ist, sowohl Natur als auch Geist in ihrer gesamten dramatischen Tiefe auszudrücken, wobei sich das Hässliche auch ohne das Böse bilden kann. Umberto Eco erklärt in seinem 2007 erschienenen Buch Die Geschichte der Häßlichkeit, dass alle ästhetischen Theorien seit der Antike im Bezug auf das künstlerisch Hässliche davon ausgehen, man könne jede Form von Hässlichkeit durch eine präzise und künstlerisch wirksame Darstellung kompensieren. Gibt es demnach einen Unterschied zwischen dem Hässlichen an und für sich und der Darstellung des Hässlichen? Eco unterscheidet daher zwischen drei Erscheinungsformen des Hässlichen: -Das Häßliche an sich, das formal Häßliche und die künstlerische Darstellung von beidem (Eco 2007, S.20).- Zudem spricht er davon , dass -das Häßliche immer eine Reaktion von Abscheu, wenn nicht gar von gewaltsamer Abwehr, Schrecken und Angst beinhaltet (Eco 2007, S.18/19).-
Nun stellt sich die Frage, warum immer wieder eine extreme Faszination an der Darstellung gerader solcher Figuren und Motive zu beobachten ist. Im Laufe des Seminars soll anhand von Bildbeispielen untersucht werden, was eine Ästhetik des Hässlichen oder des Schrecklichen ausmacht und was deren Faszination auslöst. Hierbei ist nicht außer Acht zu lassen, dass in unterschiedlichen Kulturen verschiedenen Wahrnehmungsweisen zu Grunde liegen, allerdings auch ebenso in ein und dem selben Kulturkreis Darstellungen differenziert wahrgenommen werden und demnach ungleiche Emotionen auslösen.
Human Computer Interaction, Master, PO 2009
Universität Siegen
WiSe 2011/12
Medien und Gesellschaft, Medien-/Sozialwissensch., Master, PO 2007
Medien und Gesellschaft, Medien-/Wirtschaftswiss., Master, PO 2007
M.A.
Lenk Anke M.A