Uni-München
14. März 2017Seminar Arbeit aus Liebe Care Reproduktions und Sexarbeit
Die Haus-, Kinder-, Pflege-, aber auch Sexarbeit werden in Politik, Medien und Theorie oft als unproduktive Arbeit angesehen. Im Seminar werden wir die unterschiedlichen Standpunkte kennen lernen, über die feministische Theoriebildung sprechen und die Arbeitspraxis mit ihren Akteur_innen und Praktiken...
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Jetzt Lernplan erstellenDie Haus-, Kinder-, Pflege-, aber auch Sexarbeit werden in Politik, Medien und Theorie oft als unproduktive Arbeit angesehen. Im Seminar werden wir die unterschiedlichen Standpunkte kennen lernen, über die feministische Theoriebildung sprechen und die Arbeitspraxis mit ihren Akteur_innen und Praktiken bzw. möglichen Widerstandsstrategien erforschen. Aus der Perspektive der kritischen Migrationsforschung und feministischen Theorien, werden im Seminar die Debatten über die Prekarisierung und Subjektivierung einer geschlechtlichen Arbeitsteilung nachgegangen. Die für marxistische Theorien immer noch aktuelle Aufteilung in produktive und nicht-produktive Arbeit wird von Feminist_innen seit den 1970er Jahren kritisiert, die Rolle der binären Geschlechterordnung für die Ökonomiekritik wird reflektiert. Seit den 1990er Jahren kritisieren Queer-Feminist_innen die marxistischen Feminist_innen, indem sie die Kategorie Frau in Frage stellen. Heute wird die neomarxistische Kritik am Queer-Feminismus immer lauter mit dem Vorwurf, neoliberalen Logiken zu entsprechen. Das Konzept der Intersektionalitätstheorie versucht, diese Diskussionen mit der Kritik am weißen universalen Feminismus zu verbinden, um Rassismus, Klassismus und Sexismus nicht als getrennte Unterdrückungslinien zu sehen, sondern sie durch ihre Überkreuzung (intersection) bzw. gegenseitige Befruchtung zu analysieren. Was bedeuten diese Diskussionen für die kulturwissenschaftliche bzw. aktivistische Praxis heute? Welche Konzepte helfen uns, das überkreuzte System der Unterdrückung zu verstehen und empirische Forschung durchzuführen? Diese theoretischen Auseinandersetzungen werden im Seminar entlang der Untersuchungen und Debatten über Care-, Reproduktions- und Sexarbeit diskutiert. Zusätzlich zur Arbeit an den Begriffen und Theorien sowie zur Lektüre der Ethnographien im Seminar werden im Tutorium methodologische Wege gesucht und methodische Übungen gemacht, um die Teilnehmer_innen auf kleine empirische Forschungen im Bereich der Care-Arbeit vorzubereiten. Die Feldforschungen werden in kleinen Gruppen oder auch einzeln durchgeführt.
Arbeit aus Liebe (Tutorium)
B.A. Hauptfach Volkskunde/Europ. Ethnologie:
6 ECTS, Hausarbeit oder Klausur, benotet (Modulprüfung mit WP 4.2.)
B.A. Nebenfach Vergl. Kultur- und Religionswissenschaft:
4 ECTS Hausarbeit oder Klausur, benotet (Modulprüfung mit WP 19.1)
LMU München
WiSe 1415
Department für Kulturwissenschaften und Altertumskunde