Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Arbeit und Leben Widersprüchliche Interdependenzen als Handlungsanforderung
Die industrielle Revolution hat die Arbeits- und Lebensweisen der Menschen so grundlegend verändert, dass die Soziologie bereits in ihren Anfängen die Entwicklung der Lebensbereiche ins Zentrum ihrer Analyse rückte. Schon die Klassiker des Fachs erkannten, dass sich durch die Untersuchung...
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Jetzt Lernplan erstellenDie industrielle Revolution hat die Arbeits- und Lebensweisen der Menschen so grundlegend verändert, dass die Soziologie bereits in ihren Anfängen die Entwicklung der Lebensbereiche ins Zentrum ihrer Analyse rückte. Schon die Klassiker des Fachs erkannten, dass sich durch die Untersuchung des Verhältnisses von -Arbeit und Leben- den Funktionsweisen von Gesellschaft und möglichen Konfliktlagen auf die Spur kommen lässt: Industrialisierung, Arbeitsteilung und Beschleunigung wurden als radikaler Einschnitt in bisherige Lebens- und Arbeitsgewohnheiten und Auslöser von Individualisierungsprozessen resümiert. Sie veranlassten zu der Fragestellung, ob und wie trotz dieses Wandels sozialer Zusammenhalt abzusichern bzw. herzustellen sei. Das Verhältnis unterschiedlicher Lebensbereiche wurde und wird daher - in Verbindung mit unterschiedlichen Formen sozialer Einbindung - als wichtiger Bezugspunkt soziologischer Gesellschaftsdiagnose festgelegt und ist integraler Baustein der die Analyse von Modernisierungsprozessen.
Im Seminar werden wir in einer subjekttheoretischen Perspektive untersuchen, was das Verhältnis unterschiedlicher Lebensbereiche auszeichnet und inwiefern sich aus diesen Sphären heraus besondere Anforderungen an individuelles Handeln ergeben. Dazu werden wir zum einen verschiedene theoretische Erklärungsansätze erarbeiten, zum anderen sollen empirische Studien Auskunft über aktuelle Problemlagen geben. Das Seminar greift dabei tagespolitische Debatten über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Work-Life Balance, Gesundheit und Nachhaltigkeit oder die demographische -Krise- auf, gibt Ihnen aber vor allem fundierte Analyseinstrumente an die Hand, um die gegenwärtige Entwicklungsdynamik einschätzen zu können.
In der Bibliothek wird ein Semesterapparat eingerichtet.
Bemerkung
Auch Schwerpunkt: Frauen- und Geschlechterforschung (Zertifikatsstudium)
FB 05 Gesellschaftswissenschaften
Uni Kassel
WiSe 2010/11
Soziologie HF
Politik und Wirtschaft
Prof. Dr.
Jürgens Kerstin