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Uni-München
14. März 2017

Seminar Be afraid be very afraid 8211 Kunst Film und Architektur im Angesicht der Katastrophe

Weltkriege, Völkermorde, Atomunfälle und -angriffe, Umweltzerstörung. Die Zeit der technischen Moderne ist eine Zeit der Katastrophen. Manche sind bereits eingetreten, manche drohen. Wir befinden uns in einem Zustand permanenter gefühlter Gefahr, der der Einzelne hilflos ausgeliefert ist. Dieser existenziellen entspricht...

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Weltkriege, Völkermorde, Atomunfälle und -angriffe, Umweltzerstörung. Die Zeit der technischen Moderne ist eine Zeit der Katastrophen. Manche sind bereits eingetreten, manche drohen. Wir befinden uns in einem Zustand permanenter gefühlter Gefahr, der der Einzelne hilflos ausgeliefert ist. Dieser existenziellen entspricht die ästhetische Ohnmacht im Angesicht der Katastrophe: Die Bilder, die wir uns von ihr machen, können ihr nie gerecht werden. Hinter der realen Katstrophe bleiben sie immer zurück. Anders gesagt, und das scheint ein regelrechtes Charakteristikum der modernen Katastrophe zu sein: das künstlerische Zeichenmaterial, das zur Verfügung steht, um auf sie zu verweisen, ist ihr nie adäquat. Wie gehen Kunst, Architektur und Kino mit dieser ästhetischen Ohnmacht um? Wie imaginieren sie das Leben in der Katastrophe? Welche Präventionsmaßnahmen schlagen sie vor? Mögliche Themen umfassen: B-Movies der 1940er und 50er, die die Angst vor der Zerstörung im Science-Fiction-Genre ausagieren; künstlerische Gegenstrategien zur Gefährdung der Natur durch die Industrialisierung, z.B. Buckminster Fullers Idee eines -Dome Over Manhattan- (1960), Gordon Matta Clarks -Fresh Air Cart- (1972) oder -Oase Nr. 7- (1972) von Haus-Rucker-Co.; filmische Visionen von atomarer Zerstörung wie -The Day After- (Nicholas Meyer, USA 1983) oder einer postapokalyptischen Endzeit wie -Mad Max- (George Miller, Australien 1979). Department Kunstwissenschaften LMU München WiSe 1415 Prof.Dr. Dogramaci Burcu