Uni-Düsseldorf
14. März 2017Seminar BFM 4a und b Erinnerte Kolonialgeschichte gesprächsanalytische Annäherungen an Interviews
Während der deutschen Kolonialzeit war Düsseldorf auf vielfältige Weise in koloniale Aktivitäten involviert: Heute lassen sich im Stadtbild noch koloniale Spuren entdecken, z.B. Straßennamen in Urdenbach oder das Kolonialkriegerdenkmal am Frankenplatz. Der Hilarius-Gilges-Platz verweist auf die Präsenz von Menschen aus...
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Jetzt Lernplan erstellenWährend der deutschen Kolonialzeit war Düsseldorf auf vielfältige Weise in koloniale Aktivitäten involviert: Heute lassen sich im Stadtbild noch koloniale Spuren entdecken, z.B. Straßennamen in Urdenbach oder das Kolonialkriegerdenkmal am Frankenplatz. Der Hilarius-Gilges-Platz verweist auf die Präsenz von Menschen aus Afrika und deren Nachkommen in Düsseldorf. Um herauszufinden, ob es bei den Düsseldorfer/innen heute noch aktive Erinnerungen an die koloniale Vergangenheit gibt, haben Studierende der HHU im letzten Semester Interviews mit ausgewählten Personen und Passanten geführt. Diese Interviews sollen in der Lehrveranstaltung im Detail untersucht werden.
Ausgehend von Besonderheiten der Textsorte -Interview- besteht das Ziel zunächst darin, Möglichkeiten und Grenzen der Analyse von erinnerungsbasierten Darstellungen und Erzählungen im kolonialgeschichtlichen Kontext zu erarbeiten. Am konkreten Material sollen relevante gesprächslinguistische Analysekategorien vorgestellt und dann in konkreten Beispielanalysen erprobt werden.
Das Seminar wird als eine vierstündige Veranstaltung (4 SWS) angeboten und besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil erarbeiten wir im Rahmen einer semesterbegleitenden Lehrveranstaltung (im Umfang von 2 SWS) sowohl relevante kolonialgeschichtliche Grundlagen als auch gesprächslinguistische Methoden, die bei der qualitativen Auswertung der Interviews Anwendung finden sollen. Im Anschluss daran findet der zweite Teil in Gestalt einer Blockveranstaltung statt. Hier sollen in Gruppenarbeiten ausgewählte Ausschnitte der Interviews ausgewertet und zur Diskussion gestellt werden. Die erzielten Analyseergebnisse werden auf einem Poster zusammengetragen und ggf. im Rahmen einer kleinen Ausstellung der interessierten Öffentlichkeit präsentiert.
Veranstaltungsdaten:
- reguläre Lehrveranstaltung: Dienstag, 10.30-12 Uhr
- obligatorische Blockveranstaltung: Montag, 13.2., und Freitag, 17.2. (und individuelle Besprechungen)
Deppermann, A. (2013). Interview als Text vs. Interview als Interaktion. In: Forum Qualitative Sozialforschung 14, Issue 3. 40 Seiten.
Deppermann, A. (2014): Das Forschungsinterview als soziale Interaktionspraxis. In: Mey, Günter/Mruck, Katja (Hrsg.): Qualitative Forschung: Analysen und Diskussionen – 10 Jahre Berliner Methodentreffen. S. 133-150 - Heidelberg: Springer VS.
Gubrium, Jaber F.; Holstein, James A.; Marvast, Amir B. & McKinney, Karyn D. (Hrsg.) (2012). The Sage handbook of interview research (2. Aufl.). London: Sage.
Mann, Steve (2011). A critical review of qualitative interviews in applied linguistics. Applied Linguistics, 32(1), 6-24.
Mey, Günter & Mruck, Katja (2010). Interviews. In Günter Mey & Katja Mruck (Hrsg.), Handbuch Qualitative Forschung in der Psychologie (S.423-435). Wiesbaden: VS.
Rosenthal, Gabriele (2006). The narrated life story: On the interrelation between experience, memory, and narration. In Christine Horrocks, Nancy Kelly, Kate Milnes, Brian Roberts & David Robinson (Hrsg.), Narrative, memory, and knowledge http://eprints.hud.ac.uk/4894/2/Chapter_1_-_Gabriele_Rosenthal.pdf
Ullrich, Carsten G. (1999). Deutungsmusteranalyse und diskursives Interview. Zeitschrift für Soziologie, 28(6), 429-447.
Ziem, Alexander , Univ.-Prof. Dr.
Universität Düsseldorf
WiSe 2016/17
Univ.-Prof. Dr.
Michels Schneider Stefanie