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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Blockveranstaltung Einheit oder Sein Zur Frage des ersten Prinzips der Metaphysik Platon Aristoteles Plotin Nicolaus Cusanus G Pico della Mirandola

Vorbesprechung: Dienstag 19.04.2011 von 14.00 bis 16.00 Uhr im Raum 1108 Nora-Platiel-Str. 1 Blockseminar: Sa. 28.05.2011 (9.00 - 17.00 Uhr) So. 29. 05.2011 ( 9.00 - 17.00 Uhr) Sa. 02.07.2011 (9.00 - 17.00 Uhr) So. 03.07.2011 (9.00 - 17.00 Uhr)...

Was lernst du wirklich?

Dieses Seminar taucht in eine der grundlegendsten Fragen der westlichen Philosophie ein: Was ist das erste Prinzip der Realität – die Einheit oder das Sein? Du wirst die Entwicklung dieser Debatte von Platon und Aristoteles über Plotin bis zu Denkern der Renaissance wie Nicolaus Cusanus und Pico della Mirandola nachvollziehen. Dabei lernst du, wie diese unterschiedlichen Ansätze unser Verständnis von Metaphysik und sogar dem Gottesbegriff geprägt haben.

Das wirst du lernen

  • Die zentralen metaphysischen Konzepte von "Einheit" und "Sein" in der abendländischen Philosophie verstehen.
  • Die philosophischen Positionen von Platon, Aristoteles, Plotin, Nicolaus Cusanus und Pico della Mirandola zu diesen Konzepten analysieren.
  • Die historische Entwicklung und die unterschiedliche Rezeption dieser philosophischen Strömungen nachvollziehen.
  • Argumentationsstrategien und Denkweisen bedeutender Philosophen kritisch bewerten.
  • Die Bedeutung dieser metaphysischen Fragen für das Verständnis von Realität und Transzendenz erkennen.
  • Fähigkeit zur eigenständigen philosophischen Analyse und Diskussion komplexer Texte entwickeln.

Passende Berufsfelder

Wissenschaft und Forschung (Philosophie, Geisteswissenschaften)Bildung und Lehre (Hochschule, Erwachsenenbildung)Kulturmanagement und VerlagswesenJournalismus und Redaktion (mit Fokus auf Geisteswissenschaften)Beratung (Ethik, Strategie, mit analytischem Hintergrund)

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Offizielle Kursbeschreibung

Vorbesprechung: Dienstag 19.04.2011 von 14.00 bis 16.00 Uhr im Raum 1108 Nora-Platiel-Str. 1 Blockseminar: Sa. 28.05.2011 (9.00 - 17.00 Uhr) So. 29. 05.2011 ( 9.00 - 17.00 Uhr) Sa. 02.07.2011 (9.00 - 17.00 Uhr) So. 03.07.2011 (9.00 - 17.00 Uhr) -Seit drei Jahren schon habe ich mich mit den Aristotelikern beschäftigt. (...) Jetzt möchte ich Platon mit Aristoteles vergleichen-, schreibt der Renaissancephilosoph Giovanni Pico della Mirandola. Was zunächst wie ein privates Studienvorhaben klingt, bezieht sich tatsächlich auf ein Fundamentalproblem der abendländischen Philosophie. So wirft Platon (428/427-348/347) in seinem Dialog Parmenides die Frage auf, was unter dem Einen schlechthin verstanden werden soll. Kann man dem Einen auch das Sein zusprechen, oder ist damit schon eine Vielheit gegeben, die dem Begriff -Eines- widerspricht? In der Folgezeit gewinnt das Problem an Brisanz, insofern die ursprünglich nur als -dialektische Übung- gedachte Frage auf das Wesen der Metaphysik bezogen wird. Während Aristoteles (384-322) die Aufgabe der Metaphysik darin sieht, das -Seiende als Seiendes- zu untersuchen und das erste Prinzip als absolute Wirklichkeit auffasst, versteht der Neuplatoniker Plotin (ca. 205-270) das erste Prinzip im Rekurs auf Platon als Einheit, die jenseits des Seins anzusetzen ist. In der Folgezeit wird sowohl der aristotelische als auch der (neu)platonische Ansatz vielfach rezipiert, ohne dass die unterschiedlichen Strömungen zum Ausgleich gebracht werden. Paradigmatisch zeichnet sich dies zu Beginn der Neuzeit im Denken des Nicolaus Cusanus (1401- 1464) ab, der vor allem bei der Begründung des Gottesbegriffs auf beide Konzeption zurückgreift und diese in unterschiedlicher Gewichtung verarbeitet. Pico della Mirandola (1463-1494) schließlich versuch explizit, die unterschiedlichen Strömungen zu versöhnen und einen neuen Weg in der Bewertung der (neu)platonischen und aristotelischen Tradition einzuschlagen. Das Seminar versucht, die unterschiedlichen Positionen in der Ausrichtung der Metaphysik einsichtig zu machen. Das Verständnis grundlegender philosophischer Begriffe, die Prinzipien philosophischer Interpretation sowie die mündliche und schriftliche Darstellung sollen in eigenen Lernschritten vermittelt werden. Literaturhinweise: Platon, Parmenides, in der Übers. von F. Schleiermacher, Sämtliche Werke Bd. 4, hg. von W. Otto u.a., Hamburg 1958. Aristoteles' Metaphysik, griech.-dt, Neubearb. der Übersetzung von H. Bonitz, hg. von H. Seidl, 2 Bde., Hamburg 1989 und 1991. Plotin, Die drei ursprünglichen Wesenheiten (Schrift V, 1), in: Seele - Geist - Eines, griech.-dt., hg. von K. Kremer, Hamburg 1990. Nikolaus von Kues, Die belehrte Unwissenheit, Buch I, lat.-dt., hg. von P. Wilpert, Hamburg 1979. Ders., Mutmaßungen, lat.-dt., hg. von J. Koch und W. Happ, Hamburg 1971. Giovanni Pico della Mirandola, Über das Seiende und das Eine, lat.-dt., hg. von P. R. Blum u.a. Hamburg 2006. FB 02 Institut für Philosophie Uni Kassel SoSe 2011 Philosophie HF FB 02 Institut für Philosophie Dr. Bönker Vallon Angelika