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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Texte des Humanismus und der Renaissance zur Moralphilosophie und Anthropologie Petrarca Manetti Pico della Mirandola Bruno

Vorbesprechung: 23.4.09 um 14-16 Uhr im Raum 0305, Systembau III, Moritzstr. 25. Das Blockseminar findet statt im Raum 1311, Nora-Platiel-Str. 1. Samstag 6.6. von 9-17 Uhr. Sonntag 7.6. von 9-17 Uhr. Samstag 4.7. von 9-17 Uhr. Sonntag 5.7. von 9-17...

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Vorbesprechung: 23.4.09 um 14-16 Uhr im Raum 0305, Systembau III, Moritzstr. 25. Das Blockseminar findet statt im Raum 1311, Nora-Platiel-Str. 1. Samstag 6.6. von 9-17 Uhr. Sonntag 7.6. von 9-17 Uhr. Samstag 4.7. von 9-17 Uhr. Sonntag 5.7. von 9-17 Uhr.Die Epoche des Humanismus und der Renaissance (ca.1300 bis 1600) wird als Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit bezeichnet. So versuchen die Denker dieses Zeitraums durch die gezielte Erneuerung des Bildungsguts der Antike die Inhalte und Methode der Scholastik abzulösen. Im Zuge dieses ideengeschichtlichen Umbruchs werden auch die Grundfragen nach dem Wesen des Menschen und dem glücklichen Leben neu formuliert. Es entsteht ein eigenes Verständnis von Anthropologie, Moralphilosophie und Menschenwürde, das auf die Antike als -Schule der Menschenbildung- zurückgreift und die -heidnischen- Vorgaben bewusst mit der christlichen Kultur zu verknüpfen sucht. Freilich wird diese Entwicklung von ihren frühhumanistischen Anfängen bis zu ihrem Niedergang in der Spätrenaissance von vielfältigen Interessen geleitet und verläuft aus diesem Grund nicht in bruchloser Kontinuität: So geht Francesco Petrarca (1304-1374) vom Vorrang der Moral vor der Philosophie aus und bezieht die -Liebe zur Tugend- in neuartigem und schon modernem Selbstbewusstsein auf das eigene Ich. Giannozzo Manetti (1396-1459) betont im Rahmen der im 15. Jahrhundert aufkommenden -dignitas--Literatur (Literatur über die Würde des Menschen) die kulturschaffende Tätigkeit des Menschen. Mit Pico della Mirandola (1463-1494) gewinnt die Auseinandersetzung um den Menschen eine neue Qualität. Auf der Grundlage einer entschiedenen Aufwertung der philosophischen Reflexion entsteht der wichtigste Traktat zur Menschenwürde in der Renaissance, in dem die Willenfreiheit des Menschen zum ausschlaggebenden Kriterium seiner Sonderstellung wird. Mit Giordano Bruno (1548-1600) schließlich mündet die Frage nach dem Menschen in eine eigene Form der -Oppositionsliteratur-. Die inzwischen erstarrten Formen des humanistischen Bildungsideals werden als pedantisch empfunden und in scharfer satirischer Form zurückgewiesen. Literatur: Francesco Petrarca, Über seine und vieler anderer Unwissenheit, lat.-deutsch, übers. von K. Kubusch, hrsg. und eingeleitet von A. Buck, Phil. Bibliothek Bd. 455, Hamburg 1993. Giannozzo Manetti, Über die Würde und Erhabenheit des Menschen, übers. von H. Leppin, hrsg. und eingeleitet von A. Buck, Phil. Bibliothek Bd. 426, Hamburg 1990. Giovanni Pico della Mirandola, De hominis dignitate = Über die Würde des Menschen, übers. von N. Baumgarten, hrsg. und eingeleitet von A. Buck, lat.-deutsch, phil. Bibliothek Bd. 427, Hamburg 1990. Bd. 528, Hamburg Giordano Bruno, Die Kabbala des Pegasus, übers. und hrsg. von K. Neubauer, mit einer Einleitung von M. Ciliberto, Phil. Bibliothek 2000. Weitere Angaben in der Vorbesprechung. FB 01 Institut für Philosophie Uni Kassel SS 2009 Philosophie HF Kernstudium Dr. Bönker Vallon Angelika