Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Blockveranstaltung Wer bleibt wer geht Zur Soziologie der Im Mobilität
Mobilität ist ein Basisprinzip der Moderne, vergleichbar mit Rationalität, Egalität und Individualität. Umso erstaunlicher ist es, dass die Komplexität mobilitätssoziologischer Fragen erst seit einigen Jahren im vollen Umfang zum Thema der Soziologie geworden ist. Dabei spielt eine Rolle, dass neben...
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Jetzt Lernplan erstellenMobilität ist ein Basisprinzip der Moderne, vergleichbar mit Rationalität, Egalität und Individualität. Umso erstaunlicher ist es, dass die Komplexität mobilitätssoziologischer Fragen erst seit einigen Jahren im vollen Umfang zum Thema der Soziologie geworden ist. Dabei spielt eine Rolle, dass neben der traditionell starken Forschung zur sozialen Mobilität immer mehr auch räumliche Aspekte bis hin zur so genannten -virtuellen Mobilität- Gegenstand der Theoriebildung geworden sind. Herausgebildet hat sich ein interdisziplinärer Diskurs, der quer über die Soziologie, Geographie, Anthropologie und bis hin zur Verkehrsforschung geht. Hier sucht man nach belastbaren gesellschaftstheoretischen Konzepten, die Mobilität als ein zentrales Element moderner Gesellschaftlichkeit und Vergesellschaftung umfassen können.
Die Frage ist dabei zentral, wie grundlegend Mobilität für die Moderne ist, und wie das dialektische Verhältnis zur Immobilität bzw. zur stationären Vergesellschaftung begriffen werden muss. Denn vollständige Verflüssigung ist theoretisch undenkbar, auch wenn postmoderne Theorien gerne mit dieser Figur spielen. Vielmehr muss die mobile Gesellschaft im Spannungsfeld von -fixity and motion- (David Harvey) analysiert und verstanden werden. Denn keineswegs sind zwangsläufig die Mobilen die Gewinner im Modernisierungsprozess. Es gibt stattdessen gute Gründe für eine Kultur des Bleibens, der gewählten Immobilität; und dies darf auf keinen Fall leichtfertig mit Unbeweglichkeit oder mangelnder Flexibilität gleichgesetzt werden.
In diesem Seminar geht es um neue Ansätze der Mobilitätsforschung, die das anspruchsvolle Ziel verfolgen, die unterschiedlichen sozialen, kulturellen, räumlichen und virtuellen Dimensionen von Mobilität zu integrieren. Dazu werden einerseits theoretische Ansätze thematisiert; es werden aber ebenso empirische soziologische und anthropologische Studien vorgestellt und diskutiert.
Hanimann, Joseph (1999): Vom Schweren. Ein geheimes Thema der Moderne. München: Hanser.
Paulu, Constance (2001): Mobilität und Karriere. Wiesbaden: Deutscher Universitäts-Verlag.
Ritzer, George; Murphy, James (2002): Festes in einer Welt des Flusses. Die Beständigkeit der Moderne in einer zunehmend postmodernen Welt. In: Junge; Matthias; Kron; Thomas (Hg.): Zygmunt Bauman. Soziologie zwischen Postmoderne und Ethik. Opladen: Leske + Budrich , S. 51–80.
Rosa, Hartmut (1999): Bewegung und Beharrung: Überlegungen zu einer sozialen Theorie der Beschleunigung. In: Leviathan, Jg. 3/1999, S. 386–414.
Schneider, Norbert F.; Limmer, Ruth; Ruckdeschel, Kerstin (2002): Mobil, flexibel, gebunden. Familie und Beruf in der mobilen Gesellschaft. Frankfurt/Main: Campus.
Verwiebe, Roland (2004): Transnationale Mobilität innerhalb Europas. Eine Studie zu den sozialstrukturellen Effekten der Europäisierung. Berlin: Edition Sigma.
Bemerkung
Blockseminar vom 4.-6.7.08 (4.7.:15-18; 5.7.: 9-17 u. 6.7.: 10-16), R. 3206, NP 1
Für Nachfragen: sven.kesselring@cosmobilities.net
FB 05 Gesellschaftswissenschaften
Uni Kassel
SS 2008
Soziologie
Dr.
Kesselring Sven