Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Claude Sautet der Regisseur und die Filmautos durchgeführt von Dimitris Mouftoglou
Corpus der Veranstaltung bilden die vierzehn Filme von Claude Sautet, die zwischen 1955 und 1995 entstanden sind. Der Regisseur Claude Sautet (1924-2000) gilt in Filmkreisen als einer der bedeutendsten Chronisten der französischen Gesellschaft in der Nachkriegszeit. Er begann mit dem...
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Jetzt Lernplan erstellenCorpus der Veranstaltung bilden die vierzehn Filme von Claude Sautet, die zwischen 1955 und 1995 entstanden sind. Der Regisseur Claude Sautet (1924-2000) gilt in Filmkreisen als einer der bedeutendsten Chronisten der französischen Gesellschaft in der Nachkriegszeit. Er begann mit dem Studium der Malerei und Bildhauerei, später wechselte er zur Pariser Filmhochschule. Mit einer der bewegendsten Filme, der jemals mit Romy Schneider gedreht worden ist, -die Dinge des Lebens- aus dem Jahr 1970, fand er das erste Mal seinen Stil. Hier glänzt der Regisseur und Drehbuch Autor Claude Sautet mit der exakt beobachteten Studie einer in einem Autounfall resultierenden Mid-Life Crisis. Wie in vielen seiner folgenden Filme waren die Hauptdarsteller Romy Schneider und Michel Piccoli.
Sautets Werk ist von seiner kleinbürgerlichen Kindheit in einem Vorort von Paris beeinflusst, er liebt Orte, wo sich die mannigfaltige Wirkungsstätte von Menschen seiner Jugendzeit finden lässt: die Bistros und Cafés.
Die Kleinstadt im Schatten der Metropole Paris, dieses Geflecht von sozialen Beziehungen und Konflikten, liefert die Story seiner Filme. Die gegenseitige Abhängigkeit zwischen Menschen der Mittelschicht findet sich in fast allen seiner Filme wieder. Eine Krise setzt die Filmhandlung in Gang, durch die Sautet die Verletzlichkeit und damit Menschlichkeit seiner Figuren bloßlegt.
Die Filme von Claude Sautet stellen auch Parallelen dar, zwischen den Charakteren der Protagonisten, die als Autofahrer im Film auftreten, und der Symbolfunktion der jeweiligen Autotypen im realem Leben. Sautet lässt die Individualisten mit einem Citroen DS oder SM fahren, die Querdenker mit einem Autobianchi Primula oder A 111, Aufsteiger mit einen Mercedes der S Klasse, die Aussteiger mit einem 2cv oder R 4. Die weiblichen Darsteller sind mit einem Morris Mini oder Fiat 850 unterwegs, und Kleinkriminelle mit der Gangsterlimousine des Typs 11 CV auf Räuberjagd, die Polizisten natürlich -Frankreich spezifisch- mit dem eleganten Peugeot 404.
In der Filmgeschichte eingraviert ist der spektakuläre Crash, in den Michel Piccoli, der Hauptdarsteller in -die Dinge des Lebens-, mit seinem Alfa Romeo Giulietta Sprint verwickelt ist. Die Dreharbeiten allein zu dieser detaillierten Anatomie eines Unfalls haben 18 Tage gedauert.
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