Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Comedy Pop
Unterhaltende Musik kann wichtige Funktionen für die Menschen erfüllen. Ob musikalische Vorträge auf Bühnen und im Rundfunk oder Ereignisse im Alltag – das Publikum hat die Möglichkeit, verschiedene ernste und heitere Unterhaltungsformen zu nutzen und sich leicht bis anspruchsvoll unterhalten...
Erstelle deinen persönlichen Lernplan
Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.
Jetzt Lernplan erstellenUnterhaltende Musik kann wichtige Funktionen für die Menschen erfüllen. Ob musikalische Vorträge auf Bühnen und im Rundfunk oder Ereignisse im Alltag – das Publikum hat die Möglichkeit, verschiedene ernste und heitere Unterhaltungsformen zu nutzen und sich leicht bis anspruchsvoll unterhalten zu lassen, um letztendlich selbst eine steigende Lebensqualität mit Selbstverwirklichungscharakter zu erreichen. Ausgangspunkt für dieses Streben war die studentische Protestbewegung um 1968, welche u. a. mit humoristischen Aktionen auf Missstände in der konservativen Gesellschaft hinwies. Anschließend bildete sich in den westlichen Industriestaaten eine überwiegend erlebnisorientierte Gesellschaft heraus, welche sich u. a. von Liedern und kommerzbezogenen Liedermachern und Lied-Musikgruppen unterhalten ließ. Einige (prominente) Humoristen wie Eckart Kahlhofer oder Otto und Musikgruppen wie ,Gebrüder Blattschuss‘ oder ,Torfrock‘ griffen diesen Trend a
uf und fügten später ihren Bühnenprogrammen komische Lieder zu. So konnten sich neue Genres wie ,Kabarett-Pop‘ oder ,Comedy-Pop‘ etablieren und bis heute (weiter-)entwickeln.
Das Seminar sondiert und diskutiert zunächst wichtige Begriffe um das Phänomen ,Comedy-Pop‘ im Kontext der Erlebnis- und Spaßgesellschaft. Ferner sollen die Studierenden verschiedene Perspektiven und Ebenen des Phänomens kritisch reflektieren. Dabei soll es insbesondere darum gehen, die gesellschaftspolitische Situation seit 1968 mit den in der jeweiligen Zeit entstandenen Liedproduktionen abzugleichen sowie darauf bezogene eventuelle (In-)Kongruenzparallelen zu bewerten, konkrete produktions- und inszenierungstechnische Verfahren komischer Lieder zu analysieren und rezeptionsästhetische Spezifika herauszuarbeiten. Dienstags, 14-16 Uhr, Institut für Musik, Raum 1012, Seminarbeginn: 16.04.2013.
Borgstedt, Silke (2008): Der Musik-Star. Vergleichende Imageanalysen von Alfred Brendel, Stefanie Hertel und Robbie Williams. Bielefeld: transcript (Studien zur Popularmusik).
Budzinski, Klaus; Hippen, Reinhard (1996): Metzler-Kabarett-Lexikon. Stuttgart: Metzler.
Huff, Hartmut (1980): Liedermacher. Songpoeten, Mundartsänger, Blödelbarden, Protestsänger. Originalausg. München: W. Heyne.
Maass, Kerstin (2003): Spassgesellschaft. Wortbedeutung und Wortgebrauch. Frankfurt am Main; New York: P. Lang.
Peters, Birgit (1996): Prominenz. Eine soziologische Analyse ihrer Entstehung und Wirkung. Opladen: Westdt. Verl.
Ruttkowski, Wolfgang (1966): Das literarische Chanson in Deutschland. Bern: Francke (Sammlung Dalp, 99).
Schulze, Gerhard (1992): Die Erlebnisgesellschaft. Kultursoziologie der Gegenwart. 8. Auflage 2000. Frankfurt/Main: Campus-Verl (Campus-Bibliothek).
FB 01 Institut für Musik
Uni Kassel
SoSe 2013
Musik
FB 01 Institut für Musik
Dr.
Neubauer Hendrik