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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Das Bild der Wissenschaft im Film

Filme, Serien und Dokumentationen können als Auseinandersetzung und Darstellung der sozialen Wirklichkeit verstanden werden. Aus Sicht der Soziologie können die Fragen gestellt werden, welche soziale Wirklichkeit bzw. welche Ausschnitte der sozialen Wirklichkeit in bewegten visuellen Bildern präsentiert und welche sozialen...

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Filme, Serien und Dokumentationen können als Auseinandersetzung und Darstellung der sozialen Wirklichkeit verstanden werden. Aus Sicht der Soziologie können die Fragen gestellt werden, welche soziale Wirklichkeit bzw. welche Ausschnitte der sozialen Wirklichkeit in bewegten visuellen Bildern präsentiert und welche sozialen Bilder, Ängste, Stereotype etc. (re-)produziert werden? In diesem Seminar sollen diese Fragen am Gegenstand von Wissenschaft, d. h. Forschung, Lehre, den handelnden Personen und den die Wissenschaft beheimatenden Orte wie Universitäten und Labore, erörtert werden. Die Möglichkeiten der Untersuchung sind dabei vielfältig: Im Filmen und Serien können die Entwicklungen des Bilds der Wissenschaft nachgezeichnet werden, z. B. war der Wissenschaftler in -Kampf der Welten- von 1953 noch der allwissende und angesehene Retter der Welt, während in -Independence Day- von 1996 ein Ex-Wissenschaftler als Spezialist einen Computervirus für die Manipulation des Bordcomputers des Alienraumschiffs als Lösung des Alienproblems präsentiert. Einen wesentlichen Beitrag zur Bedrohung und Rettung der Welt spielt die Wissenschaft auch in Superheldenfilmen wie -Captain America-, -Avengers- und -Spiderman 2-. Der Physiker Sheldon Cooper aus der Serie -Big Bang Theorie-, der Mathematiker John Nash aus dem Film -A Beautiful Mind- oder die autistische Wissenschaftlerin Temple Grandin in -Du gehst nicht allein- verkörpern das Bild von Wissenschaftler(inne)n zwischen Genie, Krankheit und Wahnsinn. Filme setzen sich mit dem Thema Ethik in der Wissenschaft auseinander, z. B. David Cronenburg im Horrorfilm -Die Fliege- mit der selbstexperimentellen Verwandlung des Wissenschaftler in eine Stubenfliege, der Film -Das Experiment- zeigt die Entwicklung einer psychologischen Untersuchung der Einteilung von normalen Menschen in Gefangene und Wärter, -Hulk- thematisiert u. a. die Gefahren der militärischen Forschung und Indiana Jones -Jäger des verlorenen Schatzes- die Kooperation eines Archäologen mit den Nazis beim gemeinsamen Ziel, die Bundeslade zu finden. Nicht zu vergessen ist auch die Darstellung von Studierenden im sogenannten college film, z. B. zeigt der Film -13 Semester- die Verführung der Uni zu Faulheit und Zerstreuung und -Rules of Attraction- die Tristesse des Lebens reicher Studenten einer Privat-Uni. Auch in Dokumentarfilmen und Dokumentationen wird Wissenschaft behandelt. Z. B. in -Plug & Pray- wird hinterfragt, ob der Mensch eine Maschine aus Fleisch ist oder -Is the man who is tall happy- nähert sich der Gedankenwelt des Sprachwissenschaftlers und Aktivisten Noam Chomsky. Wissenschaftler(innen) treten in dokumentarischen Formaten als Expert(inn)en auf oder vermitteln ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse massenmedial aufbereitet, z. B. der Soziologe Hartmut Rosa zum Thema Zeit und Beschleunigung in -Speed- und diversen TV-Reportagen. Nach einer Einführung in die Filmsoziologie sollen die Studierenden Filme, Serien und Dokumentationen anhand soziologischer Themen und Theorien eigenständig analysieren und präsentieren. Weitere soziologische Analysen zu Wissenschaft können neben den genannten Themen Ethik, Genie, Krankheit und Wahnsinn auch zu Wissenschaft und Erziehung, Gender, Mord etc. gemacht werden. FB 05 Gesellschaftswissenschaften Uni Kassel WiSe 2014/15 Politik und Wirtschaft Schneijderberg Christian