Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Das Streben nach Glück Glückskonzeptionen in literarischen und historischen Quellen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit
Jede uns bekannte Gesellschaft hat ihre eigenen, höchst spezifischen Vorstellungen vom Glück, d.h. vom Einfluss schicksalhafter Wendungen und dem jeweilig für erstrebenswert befundenem ‚guten‘ Leben. -Das Streben nach Glück- beinhaltet als paradoxes Handlungsmuster zum einen eine in die Zukunft gerichtete...
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Jetzt Lernplan erstellenJede uns bekannte Gesellschaft hat ihre eigenen, höchst spezifischen Vorstellungen vom Glück, d.h. vom Einfluss schicksalhafter Wendungen und dem jeweilig für erstrebenswert befundenem ‚guten‘ Leben. -Das Streben nach Glück- beinhaltet als paradoxes Handlungsmuster zum einen eine in die Zukunft gerichtete Dimension in der -das Glück winkt- und zum anderen ist aber auch der Weg das Ziel, um zum Glück zu gelangen. Das dynamische Vermögen, unglückliche Umstände glückhaft zu bewältigen, also -Glück im Unglück- zu finden, gehört ebenso zu den typisierten Verhaltensformen, die wiederholt die Glücks-Narrative prägen, wie die Frage, ob man sein Glück -erwerben- kann.
Als Ordnungsvorstellungen halten Glückskonzeptionen die Gesellschaft zusammen, indem sie definieren, was der und die Einzelne entsprechend ihrer Position wollen und hoffen kann. Glückskonzeptionen werden in einer Vielzahl unterschiedlicher narrativer Texte diskutiert – von philosophischen und theologischen Abhandlungen, über diverse literarische Repräsentationen bis hin zu Selbstzeugnissen. Alle diese Texte eröffnen ein Experimentierfeld, in dem bestimmte Wege zum Glück vorgedacht und innerhalb der diskursiven Grenzen des Sagbaren artikuliert werden.
Nach einer begrifflichen Einführung werden wir uns im interdisziplinären Seminar zwischen Literatur- und Geschichtswissenschaft diesen Texten zuwenden und untersuchen, wie Glück definiert wird, welche Wege zur Erlangung des Glücks die Texte vorzeichnen, gegen welche Widerstände Glück erreicht werden soll bzw. muss und wie die Glücksdiskurse gesellschaftliche Ordnung stiften. Die Bandbreite der untersuchten Texte reicht von hochmittelalterlichen Aventiuren, über spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Romane bis hin zu moraltheologischen Glücksratgebern und Selbstzeugnissen des 18. Jahrhunderts. Dabei werden wir auch diachrone Perspektiven einbinden und einen Blick auf die aktuell boomende Ratgeberliteratur zum Glück werfen.
FB 02 Institut für Germanistik
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Deutsch Zweitfach
Dr.
Böth Mareike