Uni-Kassel
14. März 2017Vorlesung Ethikbegründung in den Weltreligionen
Jede Religion verfügt über ein bestimmtes Ethos, das heißt Normen des sittlichen Handelns des Einzelnen und der Gemeinschaft, und zwar sowohl im Sinne eines akzeptierten Normenkodex, als auch im Sinne der in der Gesinnung und im Gewissen zu eigen gemachten,...
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Jetzt Lernplan erstellenJede Religion verfügt über ein bestimmtes Ethos, das heißt Normen des sittlichen Handelns des Einzelnen und der Gemeinschaft, und zwar sowohl im Sinne eines akzeptierten Normenkodex, als auch im Sinne der in der Gesinnung und im Gewissen zu eigen gemachten, faktisch wirkenden Normen. Trotz der Geschichtlichkeit des Menschen und seiner sittlichen Wahrheitserkenntnis, trotz der Notwendigkeit, sich die abstrakten Prinzipien sittlichen Handelns in konkreten Typen und Vorbildern, zum Beispiel in den heiligen Gestalten der jeweiligen Religion, zu vergegenwärtigen, wird man wohl von einem gewissen ethischen Grundkonsens in den Weltreligionen sprechen können. Diese im Sinne des interreligiösen Dialogs herauszuarbeiten, stellt eine der großen gegenwärtigen Herausforderungen in der Begegnung der Weltreligionen dar. Das Proseminar möchte in die Begründungsfiguren sittlichen Handelns der Weltreligionen Hinduismus, Buddhismus, Judentum, Christentum und Islam einführen. Dabei sollen die sittlichen Normen und die Verknüpfung mit den spezifischen metaphysischen Grundüberzeugungen der jeweiligen Glaubensgemeinschaft herausgearbeitet werden. Während Judentum und Christentum vor allem mit der Gottebenbildlichkeit und Personalität des Menschen argumentieren und der Islam den souveränen und offenbarten Willen Allahs betont, gründen nicht-monotheistische Religionen wie Hinduismus und Buddhismus ihre Ethik stärker auf den Glauben an eine der Welt immanente sittliche Ordnung (Dharma). Dem Menschen als Daseinsform des Kosmos kommt dabei insofern eine privilegierte Stellung zu, als er seine weltliche Situation überwinden kann (Reinkarnation und Karma).
Eine Literaturliste wird in der ersten Sitzung verteilt werden.
BemerkungAnmeldung per E-Mail an cmbrandt@uni-kassel.de unter Angabe der Anschrift, Telefonnummer, Studiengang (+ Alte o. Neue StO), Fächer und Matrikelnummer. - alte Studienordnung
- Module: L2/M26; L3/M37, L3/M39
FB 01 Institut für Katholische Theologie
Uni Kassel
WS 2007/2008
Prof. Dr. Dr.
Lohner Alexander