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Uni-München
14. März 2017

Seminar Dating auf Osmanisch Osmanisch Türkische Liebesromane um 1900 V1

Das Seminar beschäftigt sich mit der Rolle der Partnerin in der spätosmanischen Liebeserzählung. Ihre Funktion verdient große Aufmerksamkeit, da mit dem Aufkommen der Romanform eine neue Gruppe von weiblichen Hauptfiguren vor das Lesepublikum tritt. Nicht nur rücken Frauen in den...

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Das Seminar beschäftigt sich mit der Rolle der Partnerin in der spätosmanischen Liebeserzählung. Ihre Funktion verdient große Aufmerksamkeit, da mit dem Aufkommen der Romanform eine neue Gruppe von weiblichen Hauptfiguren vor das Lesepublikum tritt. Nicht nur rücken Frauen in den Blickpunkt der Handlung, sondern darüber hinaus sollen sie im Sinne einer europäisch beeinflussten Liebesbeziehung dem Gegenüber auf Augenhöhe konzeptionell vorstellbar werden. Wenn es den neuen Typ Frau, der sogar die Haupfigur spielen darf, so noch nicht gibt, dann muss man ihn sich vorstellen. Hierbei handelt es sich vor allem um eine Reaktion auf die französische Literatur. Deshalb erwächst sich die neue Weiblichkeit konsequenterweise aus einer Auseinandersetzung mit ihren literarischen Vorbildern. In den Romanen dieser Zeit gibt es verschiedene Ansätze, mit dem Neuen umzugehen. Die Herausforderung ist, dass diese Liebesbeziehungen moderner Art nach Regeln funktionieren, die erst eingeführt und etabiliert werden müssen. Hierbei fällt der Figur des Erzählers eine Schlüsselfunktion zu. Als Verantwortlicher der inhaltlichen Vermittlung obliegt ihm durch Kommentar, Wertung und Auslassung die textinterne Interpretationshoheit und Informationssteuerung. Spannend ist es dort, wo diese Macht dazu genutzt wird, den Rezipienten durch die Art der Wiedergabe zu manipulieren. Schließlich ist es der Erzähler, welcher die kulturellen Differenzen permanent gegeneinander ausspielt und die Spannung aufrechterhält. Die Erzählungen verweisen mithilfe einer sich konstant selbst hinterfragenden Realität auf den symbolischen Charakter der Wahrnehmung und Wiedergabe der Welt, die der Literatur in Zeiten kulturellen Umbruchs zufällt. Sprachkenntnisse: Nur Deutsch und Englisch werden vorausgesetzt. Primärliteratur: Araba Sevdas (Recaizade Mahmut Ekrem, 1886) Ak- Memnu (Halid Ziya Uaklgil, 1900) Aziyadé (Pierre Loti, 1879) Fatih-Harbiye (Peyami Safa, 1931) Madame Bovary (Gustave Flaubert, 1857) Metamorphoseon libri (Publius Ovidius Naso, um 8 n. Chr.) Renée Mauperin (Edmond u. Jules de Goncourt, 1864) Sergüzet (Sami Paazade Sezai, 1888) Erwartet wird regelmäßige Anwesenheit und aktive Mitarbeit sowie die Bereitschaft, die Mitverantwortung für eine Sitzung zu übernehmen. ECTS: BA HF: 6 ECTS (Hausarbeit, benotet) SLK:3 ECTS (keine Hausarbeit, benotet), 6 ECTS (Hausarbeit, benotet) Department I - Germanistik, Komparatistik, Nordistik, Deutsch als Fremdsprache Erfolgreich absolvierter Einführungskurs der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft oder Einführungskurs einer anderen Philologie. Wenn Sie eine Hausarbeit im Nebenfach SLK schreiben möchten, sprechen Sie bitte vorab mit der Studiengangskoordination SLK! B.A.-Nebenfach SLK: Diese Veranstaltung entspricht in WP 2 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Literaturwissenschaft m/n/o/p- (WP 2.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. Die Wahl der Prüfungsart liegt beim Dozenten. LMU München WiSe 1617 Dr. phil. Bürger Annette Dörte phil