Zurück zum Vorlesungsverzeichnis
Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Denken durch Paradoxen Die Nebenplatoniker die Zweifeln an einen gefestigten Logos bei den Sophisten den Megariker und Antisthenes

Die Nebenplatoniker

Erstelle deinen persönlichen Lernplan

Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.

Jetzt Lernplan erstellen
Die Nebenplatoniker': Sophisten aber auch Schüler von Sokrates wie die Megariker und Antisthenes der Kyniker und ihre Zweifeln an einem gefestigten Logos. Neben dem grossen platonischen Entwurf einer Philosophie des wahren Logos, findet man eine Reihe von Denkern von Protagoras bis Antisthenes, die an vielen Elementen dieser festen Wahrheit zu zweifeln schienen. Manche von ihnen betrachteten den Logos eher als Gebiet menschlicher Kreativität und Auseinandersetzung eher als Verwirklichung zeitloser Ideale. Vor allem durch Adversarien wie Platon und Aristoteles, wurden uns einige ihrer Argumente weitergegeben, die oft als Sophismen eher als Paradoxe eingestuft wurden. Diese Argumente bezeugen eine Art Dialektik, die als Ringen und als Kunst zugleich gelten kann, aber keineswegs als bestandlos. Auch hinter den Sophismen verbergen sich in der Tat Überlegungen über grundsätzliche philosophische Problematiken, sowie die Problematik der Beziehung zwischen den Seienden, der Identität, der Rationalität verstanden als Zusammensetzung und Analyse von Elementen (heute Konstruktivismus genannt) und so weiter. Einige von den damals gedachten Paradoxen blieben in der ganzen Geschichte der Philosophie ein Dorn im Auge und sind noch heute kantige Denkanstösse. Man könnte behaupten, Platon selbst habe die Philosophie, wie wir sie noch heute verstehen, durch die Abgrenzung von diesen Konkurrenten' bestimmt. Wobei alle, Platon und seine Adversarien, mit dem gemeinsamen Gedankengut der sogenannten Eleaten (Parmenides, Zenon, Melissos) und teilweise mit dem Erbe Sokrates, zu tun hatten. Sich mit diesen alten Streitenden zu messen, kann für uns also bedeuten, die Kampfhalle der Philosophen betreten zu können und vor allem eine Chance zu gewinnen über das Wesen des Denkens und die Ursprünge der Philosophie selbst nachzudenken. Eine Auswahl von Texten wird in einem Reader zusammengefasst. Darunter Fragmente, Doxographia und Passagen aus Parmenides, Zenon, Melissos, Protagoras, Gorgias, Dissoi Logoi, Antiphon, Antisthenes, Euklides Megariker, Eubulides Megariker, Diodoros Chronos, Stilpon Megariker, Platon und Aristoteles. FB 02 Institut für Philosophie Uni Kassel WiSe 2016/17 Philosophie HF Bartalucci Marco