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Uni-Kassel
14. März 2017

Vorlesung Kolloquium Geschichte des griechischen Naturbegriffs bis Aristoteles II

-Die Natur-, sagt Aristoteles, -ist immer in einem Zugrundeliegenden-. Das heißt: -Natur- ist ein Konzept höherer Stufe, das bestimmte Eigenschaften eines Gegenstandes oder einer Klasse von Gegenständen als zu dessen -Natur- gehörig auszeichnet; die -Natur- eines Gegenstandes ist – nach...

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-Die Natur-, sagt Aristoteles, -ist immer in einem Zugrundeliegenden-. Das heißt: -Natur- ist ein Konzept höherer Stufe, das bestimmte Eigenschaften eines Gegenstandes oder einer Klasse von Gegenständen als zu dessen -Natur- gehörig auszeichnet; die -Natur- eines Gegenstandes ist – nach einer prägnanten Formulierung von G. Vlastos – -dasjenige Bündel seiner stabiler Merkmale, anhand derer man diesen Gegenstand (als Individuum oder als Exemplar seiner Art) identifizieren und seine kausalen Eigenschaften abschätzen kann-. So verstanden, wird -Natur- für die qualifizierten Berufe – und überhaupt für alle technischen Verfahren – zu einem unverfügbaren Maßstab von Richtig und Falsch. Dabei wird die -Natur- eines Gegenstandes oft auf ihren Ursprung zurückgeführt. In naturwissenschaftlichen Theorien kann dies zu reduktionistische Programmen führen, aber auch (bei Aristoteles) zu einer betont anti-reduktionistischen Biologie. In anthropologischen Kontexten kann derselbe Gedanke als Legitimation adligen Vorrangs, aber auch im Sinne unverfügbarer Begabungen und Charakteranlagen ausgelegt werden. Die Vorlesung gibt einen Überblick über die Geschichte des Naturbegriffs bis Aristoteles. Das zusätzliche Kolloquium findet in je drei einstündigen Sitzungen (n.V.) statt: • für BA und L3 Philosophie: voraussichtlich 24. Apr., 5. Juni und n.V. • für MA Philosophie der Wissensformen. voraussichtlich 17. April, 29. Mai und n.V. (jeweils 18 bis 19 Uhr). Es dient dem Erwerb von Leistungsnachweisen in Modul 06 oder 10.bzw. Modul MA2 oder MA5. Der zweite Teil der Vorlesung setzt mit einer Diskussion der Berichte über eine vorsokratische -Naturphilosophie- ein. Das ist eine Zäsur, die einen vergleichsweise komplikationslosen Neueinstieg erlaubt. G. Heinemann, -Die Entwicklung des Begriffs physis bis Aristoteles-, in: Physik / Mechanik, hg. von A. Schürmann (Geschichte der Mathematik und der Naturwissenschaften in der Antike, hg. von G. Wöhrle, Bd. 3), Stuttgart: Steiner, 2005, S. 16-60 ders., -Natur und Regularität. Anmerkungen zum vor-aristotelischen Naturbegriff-, in: Naturgesetze. Historisch-systematische Analysen eines wissenschaftlichen Grundbegriffs, hg. von K. Hartbecke und Chr. Schütte, Paderborn: mentis 2006, S. 37-53 ders., -Aristoteles und die Unverfügbarkeit der 'Natur'-, in: Umwelt-Handeln. Zum Zusammenhang von Naturphilosophie und Umweltethik, hg. von K. Köchy und M. Norwig (Lebenswissenschaft im Dialog, Bd. 2), Freiburg-München: Alber 2006, S. 167-205 FB 02 Institut für Philosophie Uni Kassel SoSe 2012 Philosophie Lehrveranstaltungspool FB 02 apl. Prof. Dr. Heinemann Gottfried