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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Der Bologna Prozess und die Gymnasiale Oberstufe

„Bologna-Prozess“ bezeichnet das ehrgeizige Unterfangen, bis 2010 einen gemeinsamen europäischen Hochschulraum zu schaffen, der als Bedingung für die Realisierung eines umfassenden Europas in geistiger, kultureller, sozialer und wissenschaftlich-technologischer Dimension verstanden wird. Diese Studienreform soll die unterschiedlichen europäischen Hochschulsysteme nicht nur...

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„Bologna-Prozess“ bezeichnet das ehrgeizige Unterfangen, bis 2010 einen gemeinsamen europäischen Hochschulraum zu schaffen, der als Bedingung für die Realisierung eines umfassenden Europas in geistiger, kultureller, sozialer und wissenschaftlich-technologischer Dimension verstanden wird. Diese Studienreform soll die unterschiedlichen europäischen Hochschulsysteme nicht nur miteinander kompatibel machen, sondern sie auch angesichts veränderter gesellschaftlicher Bedürfnisse modernisieren. Im Sinne einer Art ‚Selbstverpflichtung' kann jedes Bologna-Land weitgehend eigenständig entscheiden, wie ‚zu Hause' die gemeinsamen Ziele umgesetzt werden. Dabei zeigt sich u.a. in Deutschland, dass die Studienreform primär dazu ‚gebraucht' wird, die Einführung von neoliberalen Strukturen zu rechtfertigen. Bildungsziele des Bologna-Prozesses (z. B. gleicher Zugang zu Bildung für alle, Abbau von sozialen und geschlechtsspezifischen Ungleichheiten, die Wahrung der Bildungs- und Wissensfreiheit etc.) werden ignoriert. Vor diesem Hintergrund fällt der Blick auf die gegenwärtige Prägung der Gymnasialen Oberstufe, die auf das Studium vorbereitet. Dort sind derzeit ganz ähnliche Entwicklungen zu beobachten: Schulzeitverkürzung, „shift from teaching to learning“ und Einführung zentraler Prüfungen mit Erhöhung des Prüfungsumfangs. Im Seminar werden wir uns die Frage stellen, ob Gymnasiale Oberstufe und die neuen Hochschulen des gemeinsamen europäischen Hochschulraums prima zusammen passen oder ob, wo und wie eine Weiterentwicklung erfolgen sollte. Die letzte Frage zielt also auf mögliche Konzeptionen einer europäisch orientierten Sekundarstufe II in Deutschland angesichts des Bologna-Prozesses. ESIB (Hrsg.): Bologna with student eyes. Bergen 2005; Schnitzer, Klaus: Von Bologna nach Bergen. In: Leszczensky, Michael & Andrä Wolter (Hrsg.): Der Bologna-Prozess im Spiegel der HIS-Hochschulforschung. HIS Kurzinformation A6 / 2005: S. 1 - 9; Teichler, Ulrich: Europäisierung, Internationalisierung, Globalisierung - quo vadis, Hochschule? In: die hochschule 1 / 2003: S. 19 - 29; Wex, Peter: Bachelor und Master. Die Grundlagen des neuen Studiensystems in Deutschland. Ein Handbuch. Berlin 2005; Wolter, Andrä: Auf dem Wege zu einem Europäischen Hochschulraum. Studienreform und Hochschulpolitik im Zeichen des Bologna-Prozesses. In: Hettlage, Robert & Hans-Peter Müller (Hrsg.): Die europäische Gesellschaft. Konstanz 2006: S. 299 - 323. Die HRK gibt den sogenannten Bologna-Reader heraus, in dem sich die wichtigsten Dokumente des Bologna-Prozesses finden. Im Internet unter: http://www.hrk-bologna.de/bologna/de/download/dateien/5._Aufl._final.pdf BemerkungRegelungen zur Teilnahmebegrenzung: maximal 60 Studierende. Dieses Seminar im Modul 4 ist eine von drei möglichen Fortsetzungsveranstaltungen der Vorlesung von Herrn Messner mit Titel -Schulentwicklung vor und nach PISA- und Veranstaltungsnummer FB01.IfE.026 aus dem Wintersemester 2006/07 von Herrn Messner. Bevorzugt werden die Seminarplätze vergeben an Studierende, die im Wintersemester 2006/07 diese Veranstaltung besucht haben. Das Seminar richtet sich an bildungspolitisch interessierte Studentinnen und Studenten. Auch wenn nicht beabsichtigt ist, einen Leistungsnachweis zu erwerben, ist die aktive Mitarbeit eine Teilnahmevoraussetzung. Schulstufenbezug: L3 FB 01 Institut für Erziehungswissenschaft Uni Kassel SS2007 Dr. Klomfaß Sabine