Uni-Dortmund
14. März 2017Seminar Der Film in Worten Rolf Dieter Brinkmanns literarische Text Bild Montagen
-Ich bin mit Fritz Mauthner der Ansicht, dass Sprache, Wörter, Sätze zur Welterkenntnis völlig untauglich sind. ... Aber was ist denn da, tatsächlich? Und das kann Sprache, Dichtung nicht sagen.- (Rolf Dieter Brinkmann) Rolf Dieter Brinkmann (1940-1975) gilt als der...
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Jetzt Lernplan erstellen-Ich bin mit Fritz Mauthner der Ansicht, dass Sprache, Wörter, Sätze zur Welterkenntnis völlig untauglich sind. ... Aber was ist denn da, tatsächlich? Und das kann Sprache, Dichtung nicht sagen.- (Rolf Dieter Brinkmann)
Rolf Dieter Brinkmann (1940-1975) gilt als der erste deutsche Popautor. Er schrieb Erzählungen, einen Roman, Lyrik, Essays und Hörspiele. Er interessierte sich für multimediale Produktionsweisen, organisierte Performances und war Übersetzer und Herausgeber englischer und amerikanischer Pop- und Undergroundliteratur. Mit sprachgewaltiger Wut rannte er in seinen Texten an gegen die Grenzen der Sprache und an gegen die Hässlichkeit der Welt. Worte waren für ihn wie Brechstangen, mit denen er auf die Realität eindrosch. Zorn war sein Generator zur Wortproduktion. Der Literaturwissenschaftler Matthias Bickenbach schreibt: -Das bis heute aufreizend Provokante an Rolf Dieter Brinkmann ist der Ansatz am Subjekt, an sich selbst. Das verbindet ihn mit jenem ‚Pop’, der den eigenen Körper, im Rausch, im Sex, im Krawall zum Ort der Inszenierung werden ließ. Das Neue bei Brinkmann aber ist die Einbeziehung des Autors in seine Beschreibung. Da schreibt einer nicht distanziert über ‚die Welt’ und ‚die Zustände’, sondern da berichtet einer als Betroffener.-
Ausgehend von einer gemeinsamen Sichtung des Films -Brinkmanns Zorn- (Regie: Harald Bergmann, Deutschland 2006) am 17. 07. um 12:00 Uhr in R. 3.306 gilt das analytische Interesse dieses Blockseminars Rolf Dieter Brinkmanns Erkundung der Sprache bis an deren mediale Grenzen. Wir werden uns mit seinen ersten Erzählungen aus den 1960er Jahren, seinem Roman -Keiner weiß mehr- (1968), seinen Lyrikbänden -Die Piloten- (1968), -Standphotos- (1969) und -Westwärts 1&2- (1975), sowie den Bänden -Rom, Blicke- (1979) und -Der Film in Worten- (1982) beschäftigen.
Die für alle Seminarteilnehmer obligatorische Vorbesprechung, auf der das detaillierte Programm sowie Referatthemen für qualifizierte Leistungsnachweise verteilt werden, findet statt am 09. 07. um 18:00 in R. 3.406.
Die Seminartermine finden statt am
Mi. 17.07. von 12:00 Uhr bis 16:00 Uhr in 3.306
Do. 18.07. von 16:00 Uhr bis 18:30 Uhr in 3.306
Fr. 19.07. von 14:00 Uhr bis 18:30 Uhr in 3.306
Sa. 20.07. von 12:00 Uhr bis 18:00 Uhr in 3.112
Zur Vorbereitung sollte vorab gelesen werden:
Rolf Dieter Brinkmann, Briefe an Hartmut 1974-1975. Mit einer fiktiven Antwort von Hartmut Schnell, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1999.
Eckhard Schumacher, -jetzt, jetzt, jetzt, ad infinitum!- Rolf Dieter Brinkmanns Poetologie. In: Ders., Gerade Eben Jetzt - Schreibweisen der Gegenwart, Frankfurt am Main: Suhrkamp 2003, S. 57-109 (wird im EWS zur Verfügung gestellt).
Weitere Literatur:
Cornelia Epping-Jäger, Die Wörter sind böse /-Wörter Sex Schnitt.- Brinkmanns akustische Poetik-. In: Text + Kritik,Zeitschrift für Literatur, Heft 196, Literatur und Hörbuch, München: Boorberg 2012, S. 48-59 (wird im EWS zur Verfügung gestellt).
Jan Röhnert, Gunter Geduldig (Hg.), Rolf Dieter Brinkmann. Seine Gedichte in Einzelinterpretationen, Berlin: De Gruyter 2012.
Andreas Moll: Text und Bild bei Rolf Dieter Brinkmann. Intermedialität im Spätwerk, Frankfurt/Main [u.a.]: Lang 2006.
Thomas Gross, Alltagserkundungen. Empirisches Schreiben in der Ästhetik und in den späten Materialbänden Rolf Dieter Brinkmanns, Stuttgart [u.a.]: Metzler 1993.
Sibylle Späth, Rolf Dieter Brinkmann, Stuttgart: Metzler 1989.
Technische Universität Dortmund
SoSe 2013
Institut für deutsche Sprache und Literatur
Gronenborn Klaus