Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Der Goldgrund in der Malerei
Der Glanz des Edelmetalls Gold, dessen Verwendung schon für die altägyptische Kunst belegt ist, übte schon immer eine besondere Faszination auf die Menschen aus. Neben dem materiellen Wert war und ist Gold vor allem durch eine ambivalente symbolische Bedeutung geprägt....
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Jetzt Lernplan erstellenDer Glanz des Edelmetalls Gold, dessen Verwendung schon für die altägyptische Kunst belegt ist, übte schon immer eine besondere Faszination auf die Menschen aus. Neben dem materiellen Wert war und ist Gold vor allem durch eine ambivalente symbolische Bedeutung geprägt. Als positive Ableitung des Sonnenlichts kennzeichnet es die göttliche Sphäre, wie die Farbe Gelb kann es aber auch Trauer und Habgier verkörpern.
In der Tafelmalerei begegnet uns der Goldgrund vor allem als charakteristisches Merkmal, das in Form von Bildhintergründen und Heiligenscheinen mit seinem göttlichen Glanz den sakralen Status des Bildes bestimmt. Das Seminar wird sich sowohl mit technischen und materialikonographischen Fragen als auch mit der Entwicklung des Goldgrundes in der europäischen Malerei beschäftigen. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts ist eine Entwicklung von der symbolischen Bedeutung zu einer Umdeutung im Sinne der zeitgenössischen Errungenschaften eines perspektivisch konstruierten Illusionsraumes zu erkennen. Der Goldgrund war schließlich nicht mehr mit dem realistischen Anspruch der Architektur- und Naturdarstellungen vereinbar. Erst im 19. Jahrhundert kam es zu einem kurzen Wiederaufleben des Goldgrundes. Der entwicklungsgeschichtliche Überblick soll schließlich mit einem Exkurs auf den Goldgrund in der zeitgenössischen Kunst enden, bei der eine Bedeutungsverschiebung zu beobachten ist.
Die in der Tafelmalerei vielfach verwendete Polimentvergoldung, die seit frühchristlicher Zeit bekannt und ab dem 12. Jahrhundert bis heute im Wesentlichen unverändert geblieben ist, wollen wir nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch kennen lernen. In einem zweitägigen Workshop können die Seminarteilnehmer/innen die historische Technik des Vergoldens und einige dazugehörige Verzierungstechniken ausprobieren.
Kunsthochschule Kassel
Teilnehmer/innen müssen mindestens im 3. Semester sein. Regelmäßige Teilnahme am Seminar, die Übernahme eines Referates und die Teilnahme am Workshop sind obligatorisch.
Für den Workshop entsteht ein geringer finanzieller Mehraufwand durch Materialkosten.
Uni Kassel
WiSe 2011/12
Kunstwissenschaft
Cahill Nina