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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Der neuzeitliche Begriff der Repräsentation Steuerungs und Demokratietheorien

Wer repräsentiert letztlich wen und wessen Anliegen – und wer bleibt außen vor bzw. welche Anliegen finden keine Repräsentation? Wie viel Autonomie sollte der/die Repräsentierende haben, oder ist nur die Rolle des Sprachrohrs der Repräsentierten legitim? Können Gruppen überhaupt angemessen...

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Wer repräsentiert letztlich wen und wessen Anliegen – und wer bleibt außen vor bzw. welche Anliegen finden keine Repräsentation? Wie viel Autonomie sollte der/die Repräsentierende haben, oder ist nur die Rolle des Sprachrohrs der Repräsentierten legitim? Können Gruppen überhaupt angemessen repräsentiert werden? Wie ist die Repräsentation institutionell eingebunden (Wahlsystem, Prozedere der Entscheidungsfindung)? Diese Fragen werden längst nicht mehr nur im Kontext einer demokratischen Repräsentation abgehandelt. Der Blick auf die Bedeutung der Repräsentanten/innen von internationalen Organisationen in der gobal governance zeigt, dass nicht gewählte Repräsentanten/innen keineswegs dem mittelalterlichen Repräsentationsverständnis vorbehalten bleiben. Vielmehr nehmen sie heute eine Schlüsselrolle in globalen Entscheidungsprozessen ein, die demokratische Prozedere substituieren anstatt sie zu internationalisieren. Doch bereits bevor die Welle der Forschung zur internationalen governance einsetzte, geriet die Frage der Repräsentation erneut ins Zentrum politischer Theorie, als insbesondere feministische Autorinnen wie auch Vertreter der multikulturellen Demokratie die etablierten liberalen Begründungen einer repräsentativen Demokratie kritisch unter die Lupe nahmen. Dabei stießen sie erhebliche Veränderungen im theoretischen Denken zur Repräsentation in modernen Demokratien an. Im Seminar wird es darum gehen, ein systematisches Verständnis von den zentralen Fragen, Argumenten und Gedankengängen zum Begriff der Repräsentation zu entwickeln. Dazu werden wir historisch-chronologisch vorgehen und Ausschnitte aus klassischen Texten des politischen Liberalismus (z.B. Hobbes, Sieyes, Mill) lesen sowie aktuelle kritische Reflektionen der Klassiker studieren. Zur Vorbereitung empfehle ich beispielsweise: Mill, John Stuart: Betrachtungen über die repräsentative Demokratie, Paderborn: Schöningh (1873) 1975. FB 05 Gesellschaftswissenschaften Uni Kassel SS 2008 Politikwissenschaften HF Dr. Ritter Claudia