Uni-München
14. März 2017Seminar Der Surrealismus und die Psychoanalyse A2
Die Frage nach der ‚Anwendbarkeit‘ der psychoanalytischen Theorien auf literarische Texte verfolgt die literaturwissenschaftliche Arbeit hartnäckig und produziert häufig Frustrationen. Statt die generelle Frage nach dem Verhältnis von Psychoanalyse und Literatur zu stellen, möchte das Seminar einen Umweg vorschlagen. Und...
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Jetzt Lernplan erstellenDie Frage nach der ‚Anwendbarkeit‘ der psychoanalytischen Theorien auf literarische Texte verfolgt die literaturwissenschaftliche Arbeit hartnäckig und produziert häufig Frustrationen. Statt die generelle Frage nach dem Verhältnis von Psychoanalyse und Literatur zu stellen, möchte das Seminar einen Umweg vorschlagen. Und zwar denjenigen über die ersten Rezipienten der Freud’schen Texte in Frankreich: Den Kreis der Surrealisten um André Breton, die Freud in die französische Kultur eingeschleust haben. Dabei lässt sich das Verhältnis dieser Künstler und Literaten zu den Ideen Freuds vor allem als eine Geschichte des produktiven Missverständnisses sehen. Das Seminar möchte daher auch erarbeiten, inwiefern eine womöglich fehlgehende Lektüre zu einem Motor für künstlerische und literarische Produktion werden kann, dabei aber auch überlegen, welche Fragen dies über ein Verhältnis von Literatur, Literaturwissenschaft und Psychoanalyse aufwerfen könnte.
Anhand ausgewählter surrealistischer Texte, aber auch mit Seitenblicken in die Zeitschrift Documents, die Auseinandersetzungen zwischen Georges Bataille und Breton, sowie in die Fotografie und die bildende Kunst sollen die Attraktionsfelder abgesteckt werden, welche die Psychoanalyse für den Kreis der Surrealisten so anziehend machte. Ziel des Seminars ist es, über diesen frühen Austausch zwischen Literatur, Kunst und Psychoanalyse genauer in den Blick zu bekommen, wie sich das Verhältnis zwischen Text und Theorie in der literaturwissenschaftlichen Arbeit fruchtbar machen lässt.
Die Textarbeit im Seminar wird stets die französischen Originaltexte im Blick behalten; sollten keine Französischkenntnisse vorhanden sein, so wird die Bereitschaft zur Einarbeitung in die Texte vorausgesetzt.
Zur Vorbereitung werden empfohlen:
Hal Foster: Compulsive Beauty, Cambridge: The MIT Press 1997.
Renate Schlesier: -Drei Visiten. Aus der Geschichte des Verhältnisses von Surrealismus und Psychoanalyse- in Ortrud Gutjahr (Hg.): Kulturtheorie, Würzburg: Königshausen & Neumann 2005, 185-216.
Uwe M. Schneede: Die Kunst des Surrealismus. Malerei, Skulptur, Dichtung, Fotografie, München: C.H. Beck 2006.
Erwartet wird regelmäßige Anwesenheit und aktive Mitarbeit sowie die Bereitschaft, die Mitverantwortung für eine Sitzung zu übernehmen.
ECTS:
BA HF: 6 ECTS (Hausarbeit oder Essays bzw. Referat, benotet)
MA HF: 6 ECTS (Essays oder Referat, unbenotet)
SLK:3 ECTS (keine Hausarbeit, benotet), 6 ECTS (Hausarbeit, benotet)
MA NF: 6 ECTS (Essays oder Referat, unbenotet)
Department I - Germanistik, Komparatistik, Nordistik, Deutsch als Fremdsprache
Erfolgreich absolvierter Einführungskurs der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft oder Einführungskurs einer anderen Philologie.
Wenn Sie eine Hausarbeit im Nebenfach SLK schreiben möchten, sprechen Sie bitte vorab mit der Studiengangskoordination SLK!
B.A.-Nebenfach SLK:
Diese Veranstaltung entspricht in WP 2 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Literaturwissenschaft m/n/o/p- (WP 2.0.14/16/18/20). ODER
Diese Veranstaltung entspricht in WP 4 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Kultur- und Medienwissenschaften m/n/o/p- (WP 4.0.14/16/18/20).
Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. Die Wahl der Prüfungsart liegt beim Dozenten.
LMU München
WiSe 1617
Kaulbarsch Vera Susanne