Uni-München
14. März 2017Seminar Die Allegorie Geschichte Theorie literarisches Verfahren A1
Die Allegorie – Geschichte, Theorie, literarisches Verfahren Jede(r) Studierende der Literaturwissenschaft wird früher oder später mit der Allegorie in Kontakt kommen, hat dieser Modus uneigentlichen Sprechens doch nicht zuletzt durch die prominente Lesart der Yale-Schule eine große Aufmerksamkeit erlangt. Über...
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Jetzt Lernplan erstellenDie Allegorie – Geschichte, Theorie, literarisches Verfahren
Jede(r) Studierende der Literaturwissenschaft wird früher oder später mit der Allegorie in Kontakt kommen, hat dieser Modus uneigentlichen Sprechens doch nicht zuletzt durch die prominente Lesart der Yale-Schule eine große Aufmerksamkeit erlangt. Über Paul de Mans suggestive Analysen hinaus ist über die Allegorie aber oft wenig bekannt, und dies, obgleich die Ausleuchtung der diachronen Perspektive das Potenzial dieser rhetorischen Figur neu sichtbar machen könnte, auch in kulturwissenschaftlicher Hinsicht, z. B. in Bezug zu Raumtheorie, Alteritäts- und Liminalitätsdebatte. Das Seminar zeichnet die wechselvolle Geschichte der Allegorie und ihrer Rezeption nach, von der antiken Redefigur über die spätantike Psychomachie zu Dantes -schöner Lüge-, von der Abwertung der Allegorie gegenüber dem Symbol in Klassik und Romantik (Goethe, Hegel) zu ihrer Rehabilitation bei Walter Benjamin. Die Einführung in die Geschichte und Theorie der Allegorie soll verbunden werden mit ihrer Analyse als literarisches Verfahren, z. B. bei den Autoren des Rosenromans, bei Milton, Novalis, Baudelaire und Proust.
Lektürevorschläge für theoretische Texte:
Heinrich Lausberg, -allegoria-, in: Ders., Handbuch der literarischen Rhetorik, Band I, §§ 895-901, München 1960; Quintilianus, Institutio oratoria, Leipzig 1971 (in Auszügen); Gerhard Kurz, Metapher, Allegorie, Symbol, Göttingen 2004; Dante Alighieri, Epistola XIII, Mailand 1979; Gisela Seitschek, Schöne Lüge und verhüllte Wahrheit. Theologische und poetische Allegorie in mittelalterlichen Dichtungen, Berlin 2009; C. S. Lewis, The allegory of love, Oxford 1990; Georg Wilhelm Friedrich Hegel, -2. Die Allegorie-, in: Ders., Vorlesungen über die Ästhetik, Frankfurt/Main 1986; Auszüge aus Johann Wolfgang von Goethe, Maximen und Reflexionen, München 2006; evtl. Auszüge aus Novalis, Das Allgemeine Brouillon, Hamburg 1993; Hans Robert Jauß, -Baudelaires Rückgriff auf die Allegorie-, in: Ders., Studien zum Epochenwandel der ästhetischen Moderne, Frankfurt/Main 1989, S. 166-188; Walter Benjamin, -Allegorie und Trauerspiel-, in: Ders., Der Ursprung des deutschen Trauerspiels, Frankfurt/Main 1978, S. 138-211; Paul de Man, Allegories of Reading, Figural Language in Rousseau, Nietzsche, Rilke and Proust, Yale 1979; Victor Turner, -Liminal to Liminoid-, in Play, Flow, and Ritual. An Essay in Comparative Symbology-, in: Rice University Studies 60.3 (1974), S. 53-94.
Vorschläge für Primärliteratur:
Jeweils Auszüge aus Guillaume de Lorris, Jean de Meun, Le roman de la rose, Milton, Paradise lost; Auszüge aus Novalis, Heinrich von Ofterdingen, Charles Baudelaire, Les Fleurs du Mal, Le Spleen de Paris; Marcel Proust, À la Recherche du Temps perdu, z. B. Teile aus Du côté de chez Swann, À l'ombre des jeunes filles en fleurs und Le Temps retrouvé.
Erwartet wird regelmäßige Anwesenheit und aktive Mitarbeit sowie die Bereitschaft, die Mitverantwortung für eine Sitzung zu übernehmen.
ECTS:
BA HF: 6 ECTS (Hausarbeit, benotet)
SLK:3 ECTS (keine Hausarbeit, benotet), 6 ECTS (Hausarbeit, benotet)
Department I - Germanistik, Komparatistik, Nordistik, Deutsch als Fremdsprache
Erfolgreich absolvierter Einführungskurs der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft oder Einführungskurs einer anderen Philologie.
Wenn Sie eine Hausarbeit im Nebenfach SLK schreiben möchten, sprechen Sie bitte vorab mit der Studiengangskoordination SLK!
B.A.-Nebenfach SLK
Diese Veranstaltung entspricht in WP 2 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Literaturwissenschaft m/n/o/p- (WP 2.0.14/16/18/20). ODER
Diese Veranstaltung entspricht in WP 4 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Kultur- und Medienwissenschaften m/n/o/p- (WP 4.0.14/16/18/20).
Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. Die Wahl der Prüfungsart liegt beim Dozenten.
LMU München
SoSe 2016
Dr.
Schamel Alexandra