Zurück zum Vorlesungsverzeichnis
Uni-Hannover
14. März 2017

Forschungskolloquium des Centre for Atlantic and Global Studies Hausordnungen in der Atlantischen Welt

Die aktuellen Flüchtlingsbewegungen führen vor Augen, wie Menschen ihr Zuhause verlassen, in anderen Regionen ein neues Zuhause suchen und sich auf fremde soziale Hausordnungen einlassen müssen. Diese Migrationsbewegungen lösen in unseren Gesellschaften Debatten aus, in denen ein exklusiver Anspruch auf...

Erstelle deinen persönlichen Lernplan

Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.

Jetzt Lernplan erstellen
Die aktuellen Flüchtlingsbewegungen führen vor Augen, wie Menschen ihr Zuhause verlassen, in anderen Regionen ein neues Zuhause suchen und sich auf fremde soziale Hausordnungen einlassen müssen. Diese Migrationsbewegungen lösen in unseren Gesellschaften Debatten aus, in denen ein exklusiver Anspruch auf das eigene Zuhause reklamiert, auf etablierte Hausordnungen gepocht und eine noch stärkere Abschottung des -Hauses Europa- gefordert wird. Dabei gerät aus dem Blick, dass unsere Häuser immer schon Ausgangs- und Endpunkte von Wanderungen waren. -Hausordnungen- zeigen politische Herrschaftsverhältnisse und soziale Verfahren von Ein- und Ausschluss auf, unterscheiden sich aber von breiteren sozialen und politischen Ordnungssystemen durch ihre größere Verhandelbarkeit im Alltag. So zeugen sie von soziokulturellen Praktiken der Aneignung, Revision und Inversion. Architektonische und soziale Konventionen sowie ethische und moralische Raumordnungen lassen den Entstehungsprozess der atlantischen Welt aus den globalen Bewegungen von Kolonisierung, Migration und Sklavenhandel exemplarisch an Haushalten und Familienstrukturen nachvollziehen. Das Kolloquium umfasst Vorträge, die -Hausordnungen- im atlantischen Raum aus historischer, soziologisch-kulturanthropologischer sowie literatur- und kulturwissenschaftlicher Perspektive vom 16. Jahrhundert bis zur globalisierten Gegenwart betrachten. Anhand von Forschungen zu -kleinen- und konkreten Gegenständen (Häusern in ihrer Materialität/ Haushalten als sozial, ethnisch und geschlechtlich differenzierte Form menschlichen Zusammenlebens/ Vorstellungen von Häuslichkeit und -Zuhause-) werden -große- und abstrakte Verhandlungsprozesse, Kontinuitäten und Veränderungen im Atlantischen Raum aufgezeigt. Gohrisch, Jana, Prof. Dr. phil. Universität Hannover SoSe 2016 Reinwald, Brigitte, Prof. Dr. Prof. Dr. Gabbert Wolfgang