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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Die Geschichte der politischen Partizipation im angelsächsischen französischen spanischen und deutschen Sprachraum

Zielsetzung der Lehrveranstaltung: Der Kurs dient als Einführung in Recherche und Planung wissenschaftlichen Arbeitens im Bereich der politischen Geschichte von unten. Anhand der historischen Entwicklung politischer Partizipation in vier global bedeutenden Sprachräumen werden die Studierenden für interkulturelle und ideologiepolitische Wechselwirkungen...

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Zielsetzung der Lehrveranstaltung: Der Kurs dient als Einführung in Recherche und Planung wissenschaftlichen Arbeitens im Bereich der politischen Geschichte von unten. Anhand der historischen Entwicklung politischer Partizipation in vier global bedeutenden Sprachräumen werden die Studierenden für interkulturelle und ideologiepolitische Wechselwirkungen und Transfers in einer longue durée-Perspektive sensibilisiert, immer unter Berücksichtigung von wirtschaftlichen und technologischen Ungleichzeitigkeiten aber auch globaler Abhängigkeitsbeziehungen. Die Studierenden sind gerne aufgerufen die Lehrveranstaltung als Gruppentraining und als Austauschmöglichkeit zur Themenfindung und für den Erwerb der wissenschaftlichen Methodik für spätere Abschlussarbeiten zu sehen. LV-Inhalt: Die zentrale Frage der Lehrveranstaltung ist, welche Formen der politischen Beteiligung an politischen Entscheidungen von zahlenmäßig relevanten Bevölkerungsgruppen (bottom up) gab es in den verschiedenen Herrschaftsformen dieser Länder. Die Frage wird hier durchaus bewusst aus einer heutigen demokratiepolitischen Perspektive gestellt: Welche Formen der Partizipation gab es in den verschiedenen Herrschaftsformen, welche gibt es nicht, wo handelt es sich nur um Scheinpartizipationen? Ein weiteres besonderes Gewicht wird auch auf die Frage nach dem Warum von Inklusion oder Exklusion in den diversen politischen Partizipationsformen gelegt. Hier spielen Phänomene wie wirtschaftliche Ausbeutung, ethnische bzw. sexistische Konflikte und Unterdrückung, emanzipatorische Prozesse, politisches empowerment sozialer Gruppen, Legitimation von Macht und Staatsgewalt, sowie Anhängermobilsierungen von politischen Gruppen eine zentrale Rolle in der Lehrveranstaltung.Jeder Studierende übernimmt gleich zu Semesterbeginn diesbezüglich die Expertise für ein politisches System in einem Land seiner Wahl. Die Bandbreite der Epochen reicht von der Konstituierung dieser Sprachräume, also dem Mittelalter, bis zur Gegenwartsgeschichte. Sprachkenntnisse zur jeweiligen Fallstudie sind sehr erwünscht. Ausgehend von den sozialwissenschaftlichen Theorien zu social change, Zivilgesellschaft und sozialen Bewegungen, der politikwissenschaftlichen Forschung zu Demokratien, Diktaturen und Monarchien, sowie den Diskursen aus der Global-, Sozial- und Politikgeschichte werden Untersuchungskategorien erarbeitet, um sowohl die historische Entwicklung der politischen Partizipation in den verschiedenen Staatswesen aufzuzeigen, diese Entwicklungen miteinander vergleichbar zu machen und auch gemeinsame wie konträre Entwicklungen aufzeigen zu können. LV-Leistungskontrolle: Zusätzlich zur Beurteilung der Mitarbeit als Leistungskontrolle, summieren sich 1. mehrere Hausübungen (theoretische Lektüre und Deduktion von Forschungsfragen und Analysekategorien) die als Vorarbeit für die eigen Seminararbeit zu sehen sind; 2. eine Fallstudie von ungefähr 10 Seiten, abzugeben vor dem Referat; 3. die Kurzpräsentation der eigenen Fallstudie von 10 Minuten; Und 4. zwei aussagekräftige und hilfreiche Peer-Reviews von jeweils einer halben Seite zu den Arbeiten zweier Kollegen. Literaturliste zu den theoretischen Aspekten: -Charles Tilly; Stories, Identities and Political Change; Rowman & Littlefield, Boston 2002. -Hermann Trinkle; Veränderungen politischer Partizipation: Entwicklung eines erweiterten Analyse- und Interaktionsmodells und dessen Bedeutung für die politische Bildung; Peter Lang, Frankfurt am Main 1997. -Piotr Sztompka; The sociology of social change; Blackwell, Oxford 1996. -Dieter Rucht; Civil society and civility in twentieth-century theorizing; in: European Review of History: Revue européenne d'histoire; Vol. 18, No. 3 (June 2011), pp. 387-407, -Jessica J. Kulynych; Performing Politics: Foucault, Habermas, and Postmodern Participation; in: Polity, Vol. 30, No. 2 (Winter, 1997), pp. 315-346 -Richard Bellamy; Introduction: The Making of Modern Citizenship; in: Richard Bellamy, Dario Castiglione and Emilio Santoro [ed.]; Lineages of European citizenship: rights, belonging and participation in eleven nation-states ; Palgrave Macmillan, Basingstoke 2004. -Jörn Graber; Politisch-soziale Partizipationstheorien im Übergang vom Ancien régime zur bürgerlichen Gesellschaft (1750-1800); in: Peter Steinbach [hrsg. ]; Probleme politischer Partizipation im Modernisierungsprozess;  Klett-Cotta , Stuttgart 1982. -Peter Steinbach; Modernisierungstheorie und politische Beteiligung: Zur Analyse politischer Partizipation im langfristigen Wandel; in: Jürgen Bergmann und andere [hrsg. ];  Arbeit, Mobilität, Partizipation, Protest: gesellschaftlicher Wandel in Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert; Westdt. Verl., Opladen 1986. -Manuel Castells; The New Public Sphere: Global Civil Society, Communication Networks, and Global Governance; in: Annals of the American Academy of Political and Social Science, Vol. 616 [2008], pp.78-9 FB 05 Gesellschaftswissenschaften Uni Kassel WiSe 2015/16 Lehrveranstaltungspool FB 05 Musil Florian