Uni-Dortmund
14. März 2017Seminar Die schöne Wand Textiles Prozessieren zur etymologischen Verwandtschaft von Wand und Gewand
Die sprachursprüngliche Analogie von Wand und Gewand - zwischen Raum und Bekleidung -macht deutlich, dass die Wand nicht mit der Außenmauer einer architektonischen Struktur synonym ist. Versteht man die Mauer konstruktiv und denkt sie als Eingrenzung, hatte die Wand hingegen...
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Jetzt Lernplan erstellenDie sprachursprüngliche Analogie von Wand und Gewand - zwischen Raum und Bekleidung -macht deutlich, dass die Wand nicht mit der Außenmauer einer architektonischen Struktur synonym ist. Versteht man die Mauer konstruktiv und denkt sie als Eingrenzung, hatte die Wand hingegen schon immer die Funktion einer mobilen, flexiblen Innenraumeinteilung bzw. ist für die ästhetisch gestaltete und funktionale Charakterisierung im Inneren verantwortlich.
Textiles Material als ein zentrales Raumgestaltungselement, das gleichwertig zu gängigen Materialien wie Holz, Metall, Beton, Glas etc. in der Architektur und Inneneinrichtung Verwendung findet, bildet den Schwerpunkt des Seminars.
Anhand historischer Präsentationsmodelle wie die -Ausstellung österreichischer Hausindustrie und Volkskunst-, 1905-06, -Die Schöne Wand-, 1933, beide im Österreichischen Museum für Kunst und Industrie in Wien (heute MAK) oder künstlerische Positionen wie Anni Albers (1899-1994), die dafür plädierte, Teppiche und Tapeten nicht länger als Dekoration im Nachhinein hinzuzufügen, sondern von vornherein in der Funktion von Wänden zu planen, wird die Relevanz von Textildesign im aktuellen Kunst- und Design-Kontext untersucht.
In der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen textilen Techniken werden seminar-relevante Fragestellungen recherchebasiert aufgearbeitet und mit selbst gewählten künstlerisch-gestalterischen Verfahren reflektiert bearbeitet (Idee & Konzept). Daraus wird eine eigene konzeptionelle künstlerisch-gestalterische Arbeit bzw. ein Design/Produkt entwickelt, produziert, präsentiert und dokumentiert.
Mögliche Aspekte, die im Rahmen des Seminars betrachtet und interpretiert werden:
- point of departure: Die Analyse von Trends und Phänomenen in der historischen und aktuellen Wohnraumgestaltung, ausgehend von der eigenen Wohnsituation
- Modernes Nomadentum
- (Textile) Entfaltungsräume gemeinschaftssuchender Menschen, eine altersüberwindende Kleidung. Klassische Rollenbilder und Verhalten lösen sich sukzessive auf, Geschlechter transformieren sich: das Überwinden einer die Generation, Geschlechter und Ethnien festschreibenden Körperpolitik. Lassen sich queere Inhalte in/auf/über textile Materialien vermitteln?
- point of arrival: Textiles Design-Produkt, Textiles Möbel, Textiles Accessoires, präsentiert im Rahmen eines alternativen Showroom-Konzepts.
Modulprüfung LABG 2009 MA HRGe2 und MA SP2: Fachpraktische Prüfung
Modulprüfung Modellversuch MA TG3: Fachpraktische Prüfung
Technische Universität Dortmund
WiSe 2015/16
Schweiger Johannes