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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Die US Hegemonie in historischer Perspektive

Seit dem Ende der Blockkonfrontation zwischen dem von den USA geführten Westen und dem sowjetisch dominierten Osten herrscht Uneinigkeit in IB-Debatten über die Herausbildung einer neuen Weltordnung und die Rolle der USA darin. Francis Fukuyama postulierte 1992 das -Ende der...

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Seit dem Ende der Blockkonfrontation zwischen dem von den USA geführten Westen und dem sowjetisch dominierten Osten herrscht Uneinigkeit in IB-Debatten über die Herausbildung einer neuen Weltordnung und die Rolle der USA darin. Francis Fukuyama postulierte 1992 das -Ende der Geschichte-, da sich mit dem Zerfall des Ostblocks nun weltweit das westlich-liberale Gesellschaftsmodell durchgesetzt hätte. Viele verbinden damit eine nach wie vor vorherrschende, wenn nicht sogar gestärkte Rolle der USA als -letzte verbliebene Weltmacht-. Andere hingegen diagnostizieren seitdem einen Verfall der US-Vormachtstellung. Die militärische Sackgasse der Irak- und Afghanistan-Einsätze, die gerade mit Mühe abgewendete Zahlungsunfähigkeit der USA oder die Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit wären hierfür nur drei Anhaltspunkte. Im Verbund mit neuen Konfliktlinien, wie etwa im viel beschworenen -Kampf der Kulturen- gezeichnet, oder dem Aufstreben Chinas und Indiens in der Weltpolitik wird dann oft auf einen (möglichen) Wandel der Weltordnung geschlossen. Um solche scheinbar widersprüchlichen Dynamiken in der Gegenwart besser zu verstehen, wirft das Seminar einen Blick auf die Geschichte der US-Hegemonie in der Weltpolitik. Warum wurde die USA darin eigentlich zur Weltmacht? Was macht(e) ihre vieldiskutierte Hegemonie in der Weltpolitik genau aus und wie entwickelte sie sich? Wie ist zu bewerten, dass sie etwa mit dem Vietnamkriegsdebakel oder der Aufgabe der Goldbindung des US-Dollars 1971 anscheinend schon früher krisenanfällig war? Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen soll nicht zuletzt klären helfen, inwiefern wir Entwicklung und Grenzen der US-Vormachtstellung einer allgemeinen, in der Geschichte immer wieder vorkommenden Logik der Weltherrschaft zuschreiben können oder dafür eher historisch-spezifische Dynamiken als ausschlaggebend betrachten müssen. Cox, Robert W. (1986): Production, Power, and World Order. Social Forces in the Making of History, New York (Columbia University Press). Münkler, Herfried (2005): Imperien. Die Logik der Weltherrschaft, Bonn (BpB). Pijl, Kees van der (1996): Vordenker der Weltpolitik, Wiesbaden (Leske&Budrich). Bemerkung Studienleistungen: Referat, zusätzlich Sitzungsprotokoll oder Kurzanalyse (zur historischen Dimension eines aktuellen politischen Problems) Modulprüfungsleistung: Hausarbeit (10-12 Seiten) FB 05 Gesellschaftswissenschaften Uni Kassel WiSe 2011/12 Kernstudium Politik und Wirtschaft Möllmann Christian