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Uni-Essen
14. März 2017

Seminar Digital real Von der Wissens zur Datengesellschaft

Der Begriff »Daten« ist in aller Munde. In politischen, ökonomischen und rechtlichen Zusammenhängen werden praktische Probleme im Umgang mit Daten intensiv diskutiert. Mehr noch: Daten rücken immer mehr ins Zentrum ökonomischer, rechtlicher oder politischer Prozesse. Doch was bedeutet es, wenn...

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Der Begriff »Daten« ist in aller Munde. In politischen, ökonomischen und rechtlichen Zusammenhängen werden praktische Probleme im Umgang mit Daten intensiv diskutiert. Mehr noch: Daten rücken immer mehr ins Zentrum ökonomischer, rechtlicher oder politischer Prozesse. Doch was bedeutet es, wenn sich eine Gesellschaft zu-nehmend über Daten definiert und Entscheidungen und Handlungen von Daten abhängen? Moderne Gesellschaften als postindustrielle Wissensgesellschaften zu beschreiben, gehört zum Kanon soziologischer Gesellschaftsdiagnosen. Gemeint war und ist damit vor allem ein Wandel in der ökonomischen Struktur, in der Arbeitswelt und in den Qualifikationsanforderungen. Doch unter den frühen Diagnosen der Wissensgesellschaft tauchte aber die Frage auf, welche Konsequenzen es für die Struktur einer Gesellschaft hat, wenn Sie wissen anhäuft, auf das verschiedene Gruppen in unterschiedlicher Weise Zugriff haben und das sich für verschiedenste Zwecke nutzen lässt. Beispielsweise entsteht zwangsläufig eine Gruppe von Informationsexpertinnen und -experten mit privilegierten Möglichkeiten. Aktuell werden diese Fragen durch die enorm gewachsenen Möglichkeiten der Datengewinnung, Speicherung und -auswertung. Bei praktisch allem, was Menschen tun, Daten entstehen, die gezielt erfasst und gespeichert werden oder zumindest als potentiell nutzbare Datenspuren erhalten bleiben. Es gibt kaum mehr einen Lebensvollzug, der keine derartigen Datenspuren hinterlässt. Dementsprechend spielen Probleme, die mit der Erzeugung, der Speicherung, der Nutzung, dem Zugriffsrecht oder dem Eigentum von Daten zu tun haben, in verschiedenen Kontexten eine zunehmende Rolle. Das Seminar wird diese Fragen aufgreifen, indem es kritische Analysen zur Wissensgesellschaft mit Beschreibungen aktueller Möglichkeiten verbindet und sie weiterzuführen versucht. Der natur des Themas entsprechend,, wird von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Interesse am Themenfeld und die Engagement zu eigener Einarbeitung erwartet, da zu den behandelten Themen keine fertigen Diagnosen oder gar Einführungstexte vorliegen. Lektüreempfehlungen - Dataismus. Eine Gesellschaft überwacht sich selbst, Forum Recht Heft 3, 2004 - Lehmann, Kai / Schetsche, Michael (Hrsg.): Die Google-Gesellschaft. Vom digitalen Wandel des Wissens, 2. Aufl. Bielefeld 2007 - Lessig, Lawrence: Code und andere Gesetze des Cyberspace, Berlin 2001 - Machill, Marcel / Beiler, Markus (Hrsg.): Die Macht der Suchmaschinen / The Power of Search Engines, Köln 2007 - Schulzki-Haddouti, Christiane: Datenjagd im Internet. Eine Anleitung zur Selbstverteidigung, Hamburg 2001 - Sofsky, Wolfgang: Verteidigung des Privaten. Eine Streitschrift, München 2007 - Zeger, Hans G.: Mensch.Nummer.Datensatz: Unsere Lust an totaler Kontrolle, 2008 Sozialwissenschaften Universität Duisburg-Essen WS 2010/11 Sozialwissenschaften