Uni-München
14. März 2017Seminar Diplomatie und Gesandschaftswesen am Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit
Ob es im Mittelalter -Außenpolitik- gegeben hat, ist umstritten. Kein Zweifel kann allerdings daran bestehen, dass mittelalterliche Herrscher und Gemeinwesen über weite Entfernungen miteinander in Kontakt standen und dass der Austausch von Briefen und Gesandten am Ende des Mittelalters deutlich...
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Jetzt Lernplan erstellenOb es im Mittelalter -Außenpolitik- gegeben hat, ist umstritten. Kein Zweifel kann allerdings daran bestehen, dass mittelalterliche Herrscher und Gemeinwesen über weite Entfernungen miteinander in Kontakt standen und dass der Austausch von Briefen und Gesandten am Ende des Mittelalters deutlich an Intensität gewann. Spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Gesandtenberichte gehörten seit Rankes Entdeckung der venezianischen ‚relazioni‘ im 19. Jh. zu den bevorzugten Quellen der Politikgeschichtsschreibung. Die Seerepublik Venedig stand lange Zeit im Fokus der diplomatiegeschichtlichen Forschung, die das Gesandtenwesen anderer europäischer Mächte oder der Päpste oft vergleichsweise stiefmütterlich behandelte. ‚Diplomatiegeschichte‘ galt in der zweiten Hälfte des 20. Jh. als überholter Ansatz, erlebt jedoch unter neuen - mentalitäts-, kultur- und kommunikationsgeschichtlichen - Vorzeichen seit etwa einem Vierteljahrhundert eine erstaunliche Renaissance. Der Vertiefungskurs befasst sich mit Diplomatie und Gesandtenwesen vom 14. bis zum beginnenden 16. Jh.; Entwicklung und mögliche Fragestellungen sollen exemplarisch anhand von Fallbeispielen aus verschiedenen europäischen Ländern erarbeitet werden. Besonderes Augenmerk soll dabei auf die schriftlichen Quellen zum spätmittelalterlichen Gesandtenwesen gerichtet werden. Der Vertiefungskurs besteht aus drei vorbereitenden Sitzungen an der LMU (6., 13., 20. Oktober; Teilnahme obligatorisch!) und aus einem Blockseminar an der Venice International University auf San Servolo (Venedig) vom 26. Oktober bis zum 1. November 2014. Anmeldung und Informationen zu Ablauf und Kosten in der Vorbesprechung: Montag, 14. Juli, 14-16 Uhr im Historicum, Raum 327.
Prüfungsform im mod. Lehramt: KL+RE+HA
Prüfungsform im Master und GSP: RE+HA
Claudia Märtl / Claudia Zey, Einleitung, in: Dies. (Hgg.), Aus der Frühzeit europäischer Diplomatie. Zum geistlichen und weltlichen Gesandtschaftswesen vom 12. bis zum 15. Jahrhundert (2008) S. 9-21; Stéphane Pécquignot, Die Diplomatie im Europa des Spätmittelalters. Ein historiographischer Überblick, in: Zeitschrift für historische Forschung 39 (2012) S. 65-95.
Bemerkung
Sitzungen am 6./13./20. Oktober, dann Block an der VIU vom 27. bis 30. Oktober 2014
Historisches Seminar
LMU München
WiSe 1415
Univ.Prof.Dr.
Märtl Claudia