Uni-Essen
14. März 2017Seminar E LEARNING Interessenartikulation von NGOs Verbänden und Gewerkschaften ein BLOG Seminar Governance I
Dieser Kommnentar ist etwas länger, da es sich um einen neuen Seminartypus handelt. Zunächst finden Sie eine kurze Beschreibung des E-Learning-Konzepts, dann die inhaltliche Fragestellung des Seminars und nicht zuletzt eine konkrete Struktur des Seminarprogramms. Bei Fragen wenden Sie sich...
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Jetzt Lernplan erstellenDieser Kommnentar ist etwas länger, da es sich um einen neuen Seminartypus handelt. Zunächst finden Sie eine kurze Beschreibung des E-Learning-Konzepts, dann die inhaltliche Fragestellung des Seminars und nicht zuletzt eine konkrete Struktur des Seminarprogramms. Bei Fragen wenden Sie sich bitte direkt an mich: ingmar.hagemann@uni-due.de
E-Learning-Konzept - BLOGs als didaktisches Instrument
Die Mehrzahl der StudentInnen nutzen Social Media-Anwendungen (Facebook, Twitter, Blogs etc.) für ihre Alltagskommunikation – zugleich ist der Bereich der Social Media von rasant zunehmender Bedeutung für die gesellschaftspolitische Kommunikation – nicht zuletzt ermöglichen Social Media-Anwendungen offenbar besonders attraktiv die soziale Interaktion und Kooperation von Menschen. An diesen drei interessanten Punkten setzt das E-Learning-Projekt -BLOG-Seminar- an: Es verlegt den Schwerpunkt des Seminargeschehens und überführt damit wesentliche Aspekte des selbständigen und kooperativen Lernens in den Bereich der Social Media bzw. konkret, in den Kontext der etablierten Blog-Plattform Wordpress (www.wordpress.com).
Im Rahmen der einführenden Präsenzsitzungen konstituieren sich Kleingruppen von Studierenden. Ihre Aufgabe ist es, für den Zeitraum der Vorlesungszeit gemeinsam ein Blog aufzubauen und zu betreiben – also als Journalisten bzw. gemeinsam als Redaktion zu agieren.
Jede Blog-Gruppe übernimmt in Absprache mit dem Dozenten einen thematischen Fokus, der über das Semester in Form von regelmäßigen Artikeln immer wieder beobachtet, bearbeitet und kommentiert wird – etwa in Form von Überblicks- und Hintergrundartikeln, Interviews, Kommentaren, Übersichtsgrafiken oder Pressespiegeln. Als jeweils eigenständige Redaktionen übernehmen die Blog-Arbeitsgruppen das gemeinsame Themenmonitoring. Sie identifizieren politisch relevante Entwicklungen, erstellen spezielle Fragestellungen und implementieren eine redaktionelle Qualitätskontrolle. Das Ziel ist entsprechend die Etablierung und Erfahrung einer kooperativen Redaktionsroutine, wie sie in klassischen Print- als auch modernen Onlinemedien üblich sind.
Ergänzend zu diesen jeweiligen thematischen Schwerpunkten gibt es in regelmäßigen Abständen sogenannte Blogparaden. Das Motto der Blogparade ist eine Frage oder Aufgabe, die durch die unterschiedlichen Blog-Redaktionen aus ihrer jeweils eigenen thematischen Perspektive beantwortet werden müssen. Dadurch ist der regelmäßige Austausch und gleiche Wissensstand der SeminarteilnehmerInnen garantiert. Ein zentrales Seminar-Blog macht alle StudentInnen-Blogs gleichzeitig sichtbar (Einbindung der Artikel via rss) und dient als Koordinationsinstanz (Anleitungen, Ankündigungen). Alle Artikel der StudentInnen-Blogs sind öffentlich – es wird also nicht nur ein Austausch zwischen den Studierenden, sondern potentiell auch mit anderen interessierten Personen gesucht. Die Anonymität der Autoren schützt dabei die Studierenden.
Inhaltliche Ausrichtung des Seminarprogramms
Demokratische Politik kann unter anderem als strategisches Spiel oder Auseinandersetzung verschiedener -Gegner- gedacht werden. Gegner sind hierbei im Zentrum des politischen Systems vor allem Parteien - zugleich gibt es jedoch immer mehr Akteure der Peripherie, die am politischen Spiel teilnehmen wollen: Verbände, NGOs, Gewerkschaften und auch einflussreiche Einzelpersonen.
Ziel dieser Akteure ist hierbei zum einen, konkrete politische Entscheidungen im eigenen Sinne zu beeinflussen. Oftmals wird jedoch darüber hinaus versucht, die Spielregeln des demokratischen Spiels als ganzes im Sinne zukünftiger Vorteile zu verändern.
Das hier illustrierte demokratische Spiel umfasst also sowohl Spielregeln als auch Strategien der einzelnen Spieler.
Spielregeln in demokratischen Auseinandersetzungen ergeben sich etwa durch demokratische Institutionen der Rechtssetzung, die Beschaffenheit der Öffentlichkeit oder der demokratischen Kultur. Diese Spielregeln definieren den Rahmen dessen, was als Strategie für einzelne Akteure denkbar und realisierbar ist.
Oft angewandte Strategien peripherer Akteure sind unter anderem Lobbyismus, PR, strategische Kommunikation oder öffentlichkeitswirksame Kampagnen. Sie sind jedoch nur dann erfolgreich, wenn die Regeln weitestgehend anerkannt bzw. höchstens bedingt gebeugt werden.
Die Regeln selbst zu verändern bedarf hingegen besonderer Voraussetzungen und darf als -Königsdisziplin- des demokratischen Wettstreits verstanden werden. Bestes Bespiel der jüngeren Vergangenheit war auf inhaltlicher Ebene die Dominanz neoliberaler Denkstrukturen - maßgeblich gefördert durch arbeitgebernahe Interessenverbände.
Konkretes Seminarprogramm
Präsenzphase
Zunächst werden die bestehenden demokratischen impliziten und expliziten Regeln in Form von demokratischen Institutionen, demokratischer Kultur und demokratischen Kommunikationsräumen im Rahmen von Präsenzsitzungen diskutiert.
E-Learning-Phase
In der E-Learning-Phase werden besonders die Akteure der Peripherie untersucht: insbesondere Interessenverbände, Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften. Alle Akteure haben besondere Interessen, eine besondere Stellung im demokratischen System und spezifische (kommunikative) Strategien. Jede E-Learning-Gruppe analysiert, diskutiert und kommentiert hierbei ein bestimmtes Politikfeld - etwa Gesundheitspolitik, Umweltpolitik oder Bildungspolitik.
Sozialwissenschaften
Teilnahmenachweis: regelmäßige aktive Teilnahme an den Präsenzsitzungen. Aktive Mitarbeit in der E-Learning-Gruppe und -phase.
Leistungsnachweis: regelmäßige aktive Teilnahme an den Präsenzsitzungen. Aktive Mitarbeit in der E-Learning-Gruppe und -phase. Mehr eigenständige Publikationen in Form von Blog-Posts.
Universität Duisburg-Essen
SS 2012
Dr.
Hagemann Ingmar