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Uni-Essen
14. März 2017

Seminar E3 IOS Traditionalismus Nationalismus und Antisemitismus im Nahen Osten 1945 bis heute Cr 2-4

Inhalte: Das Seminar gibt zunächst einen einführenden Überblick über die Veränderungen in der Region seit der -Arabellion-, seit dem -arabischen Frühling-. In welchen Ländern gab es revolutionäre Massenerhebungen? Welche arabisch-nationalistischen Regime wurden gestürzt? Welche Bewegungen gelangten im Ergebnis zur Macht?...

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Inhalte: Das Seminar gibt zunächst einen einführenden Überblick über die Veränderungen in der Region seit der -Arabellion-, seit dem -arabischen Frühling-. In welchen Ländern gab es revolutionäre Massenerhebungen? Welche arabisch-nationalistischen Regime wurden gestürzt? Welche Bewegungen gelangten im Ergebnis zur Macht? Darauf folgend sollen an Beispielen aus Libyen, Libanon und dem Irak der Traditionalismus, wie er für die arabischen Länder nach 1945 nicht untypisch gewesen ist, vergegenwärtigt werden. Es geht um die Frage, warum der libysche Machthaber Gaddafi in einem Beduinenzelt gewohnt hat. Es geht um die ländlichen, von Patriarchat, Gewalt und Stammesbeziehungen geprägten Lebensverhältnisse, in denen der spätere irakische Diktator Saddam Hussein aufwuchs, um die Dorf- und Verwandschaftsstrukturen in den palästinensischen Gebieten, um traditionelle Lebenswelten des Libanon. Auf der Basis von Texten vorwiegend gesellschaftswissenschaftlicher Autoren (Politologie, Soziologie, Kulturgeographie) sollen u.a. zwei Hauptströmungen des panarabischen Nationalismus untersucht werden: der ägyptische Nasserismus, die Baath Partei Saddam Husseins. Es sollen zentrale Kennzeichen des arabischen Nationalismus herausgearbeitet werden, dessen völkische Grundlagen (Dawisha), dessen positive -Bezüge auf Nazi-Deutschland nach 1945-, dessen -Antisemitismus seit der Staatsgründung Israels- 1948 (Himpele). Am Beispiel des ersten, neun Monate währenden Putschregimes der Baath Partei 1963 soll der Massenterror, wie er Kennzeichen besonders des irakischen arabischen Nationalismus war, herausgearbeitet werden. In diesen neun Monaten wurden bis zu 9000 Menschen ermordet. Am Beispiel zweier Führungsfiguren des Nasserismus (Nasser, Mubarak) sowie einer Fernsehserie (-Reiter ohne Pferd-) soll der ägyptische Antisemitismus thematisiert werden. Hier geht es um das Schicksal der jüdischen Gemeinde des Landes, die während dreier Nahostkriege (Suezkanalkrieg 1956, Sechs-Tage-Krieg 1967, Jom-Kippur-Krieg 1973) fast vollständig vertrieben wurde. Anhand von drei Artikeln zweier Autoren der Tageszeitung -Die Welt- (davon einer früher Leiter eines sozialwissenschaftlichen Instituts) soll der arabische Antisemitismus im Zusammenhang mit der Bedrohung Israels durch das irakische Atomprogramm der späten 1970er Jahre, durch das syrische Atomprojekt in den Jahren vor und bis 2007 diskutiert werden. Es geht um die präventive Zerstörung des irakischen Atomreaktors Osirak 1981, des syrischen Atomreaktors al-Kibar 2007 durch die israelischen Luftverteidigungsstreitkräfte. Lernziele: Fähigkeit der Teilnehmer/innen zur Einarbeitung in die Thematik mittels der Lektüre, Analyse und Diskussion von Texten, der Einbeziehung von Bild- und anderen Materialien, von Filmsequenzen. Dawisha, Adeed: -Arab Nationalism in the twentieth century.” Princeton University Press 2006 SemApp. Nr. 52, Standort Duisburg, LK, 1. OG. Zugangsdaten für Online-Material werden bei der Vorbesprechung bekannt gegeben. Studium liberale (E3) Diese Veranstaltung ist im fachfremden Modul E3 nicht geeignet für Studierende der Fak. GesWi. Regelmäßige Teilnahme und Protokoll (2 Cr.), Referat oder 6-seitiges Essay (3 Cr.), 10-seitige Hausarbeit (4 Cr.). In E3 ist regelmäßige, aktive Teilnahme mit Vor-/Nachbereitung neben dem erfolgreichen Bestehen Voraus­setzung zum Scheinerwerb. Geduldet wird eine entschuldigte (!) Fehlzeit von 4 SWS bei regulären wöchentlichen Kursen. Universität Duisburg-Essen WS 2013/14 Bachelor, Bachelor Dipl.-Soz.-Wiss. Selent Karl Soz Wiss