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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Einheit und Vielheit ein Grundproblem der antiken Philosophie Parmenides Platon Plotin

-[das IST] war nie und wird nie sein, weil es im Jetzt zusammen vorhanden ist als Ganzes, Eines, Zusammenhängendes.- Die berühmten Worte des antiken Philosophen Parmenides (ca. 520-460 v. Chr.) behaupten die durchgehende Einheit des Seins und begründen die so...

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-[das IST] war nie und wird nie sein, weil es im Jetzt zusammen vorhanden ist als Ganzes, Eines, Zusammenhängendes.- Die berühmten Worte des antiken Philosophen Parmenides (ca. 520-460 v. Chr.) behaupten die durchgehende Einheit des Seins und begründen die so genannte Einheitsmetaphysik. Doch obgleich das Verständnis des Seins als unterschiedslose und homogene Einheit durchaus plausibel erscheint, birgt der Ansatz wesentliche Schwierigkeiten. Wie, so ist zu fragen, soll unter diesen Bedingungen die Vielheit und Unterschiedenheit des Seienden gedacht werden? Muss das Seiende immer auf die Einheit zurückgeführt werden und ist das Viele etwa nichts? Es erstaunt nicht, dass das Verhältnis von Einheit und Vielheit in der Folgezeit zu einem vielfach thematisierten Grundproblem der Philosophie wird. Platon (428-348 v. Chr.) versucht eine Annäherung zwischen Einheit und Vielheit, indem er eine eigene, wiederum vielfach rezipierte Prinzipienlehre formuliert. Das Eine (hen) gilt als das höchste Prinzip, das zusammen mit der unbestimmten Zweiheit (ahoristos duas) die Existenz von allem konstituiert. Der Neuplatoniker Plotin (205-270) greift die Gedanken seiner Vorgänger auf und führt sie einem weiteren systematischen Höhepunkt zu. So steht das Eine (hen) für Plotin in absoluter Transzendenz jenseits Seins, um dennoch als der überseiende Grund der Mannigfaltigkeit des Seiende zu gelten. Das Seminar versucht, auf der Grundlage von Lektüre die verschiedenen Positionen des Einheitsdenkens zu erarbeiten und ihre Bedeutung für das Verständnis von Philosophie zu erkennen. Anfänger und niedrige Semester sind herzlich willkommen. Ein begleitendes Tutorium zum Seminar wird angeboten. Literatur: Textgrundlagen: Parmenides: Über das Sein. Griechisch/Deutsch. Mit einem einführenden Essay hg. von H. von Steuben. Universal-Bibliothek Nr. 7739[3], Stuttgart 1981. Platon: Philebos, nach der Übersetzung von F. Schleiermacher und H. Müller, hg. von W. F. Otto, E. Grassi, G. Plamböck, Hamburg 1959. Plotin, Die drei ursprünglichen Wesenheiten (Schrift V, 1), in: Seele – Geist – Eines, griech.-dt., hg. von K. Kremer, Philosophische Bibliothek Bd. 28, Hamburg 1990. Oder als alternative Textausgabe: Plotin, Über die drei prinzipiellen Hypostasen (V,1), in: Ders., Ausgewählte Schriften, ausgewählt, übers. und kommentiert von M. Tornau, Universal-Bibliothek Nr. 18153, Stuttgart 2001. FB 02 Institut für Philosophie Uni Kassel WiSe 2014/15 Lehrveranstaltungspool FB 02 Dr. Bönker Vallon Angelika