Uni-Dortmund
14. März 2017Seminar Ekphrasis und Intermedialität in der Literatur seit 1750
Der Begriff -Ekphrasis- steht als Terminus technikus für die Gleichung von Bild und Wort. Wörtlich aus dem Griechischen übersetzt meint er ein -vollkommenes Deutlich-Machen- und ist als -lebendige Beschreibung- zu übersetzen. Sie erreicht Unmittelbarkeit und Anschaulichkeit durch narrative Vergegenwärtigung. Ekphrastische...
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Jetzt Lernplan erstellenDer Begriff -Ekphrasis- steht als Terminus technikus für die Gleichung von Bild und Wort. Wörtlich aus dem Griechischen übersetzt meint er ein -vollkommenes Deutlich-Machen- und ist als -lebendige Beschreibung- zu übersetzen. Sie erreicht Unmittelbarkeit und Anschaulichkeit durch narrative Vergegenwärtigung. Ekphrastische Verfahren repräsentieren bereits in einem anderen Medium Repräsentiertes, beispielsweise ein Gemälde oder eine Skulptur in einem zweiten Zeichensystem, dem der Sprache. Man kann also von einer doppelten Abbildungsstruktur, einer zweifachen Repräsentation sprechen.
-Was ist ein Bild?- Seit den grundlegenden Essays des Chicagoer Literatur- und Kunstwissenschaftlers W.J.T. Mitchell zu dieser Frage ist eine komplexe und interdisziplinär geführte internationale Debatte über den ambivalenten Status des Bildes zwischen Illusionismus und Repräsentation aus kunst- und kulturwissenschaftlicher, literaturtheoretischer und sprachphilosophischer Sicht in Gang gekommen. In der Diskussion des Verhältnisses von Wort und Bild hat man immer wieder die Vorherrschaft des Auges gegenüber dem Ohr betont (-ut pictura poesis-). Die theoretischen Auseinandersetzungen der Moderne haben deutlich gemacht, dass jedes Bild erst in einem Kontext seinen Sinn erhält. Mit Lessings Laokoon-Aufsatz (1766) tritt die theoretische Dikussion in eine neue Phase.
Im Seminar sollen die theoretische Diskussion um die Intermedialität und das Text-Bild-Verhältnis von Plato und Horaz über Georg Christoph Lichtenberg bis hin zur Moderne (J. Hillis Miller, Murray Krieger, Mieke Bal, James H. Heffernan, W.T.J. Mitchell etc.) an Texten und Bildern vom 18. bis zum 20. Jahrhundert verfolgt werden.
Die aktive Teilnahme setzt Bereitschaft zur Übernahme von Sitzungsprotokollen oder Impulsreferaten zu einzelnen Sitzungsthemen voraus. Benotete Qualifikationsnachweise können durch Referate bzw. Ausarbeitungen von Impulsreferaten erworben werden.
Ein detaillierter Seminarplan mit weiteren Literaturangaben wird in der ersten (für alle Teilnehmer obligatorischen) Sitzung vorgestellt.
Einführende Literatur:
W. J. T. Mitchell: Bildtheorie. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Gustav Frank, aus dem Englischen übersetzt von Heinz Jatho. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2008.
W. J. T. Mitchell: Das Leben der Bilder. Eine Theorie der visuellen Kultur. Aus dem Englischen von Achim Eschbach, Anna-Victoria Eschbach und Mark Halawa. München: C.H. Beck 2008 (=Beck'sche Reihe, Band 1860).
Institut für deutsche Sprache und Literatur
Technische Universität Dortmund
WiSe 2013/14
Deutsch BA LABG2009
Gronenborn Klaus