Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Entwürfe für 8222 Gelände 8220 Praktika und Exkursionen 8211 Arbeitsweisen der Physischen Geographie Landschaftsökologie und Erhebungs Interpretationsweisen der qulitativen Sozialforschung
In dieser Vorlesung geht es darum, ein Spektrum der Arbeitsweisen der Physischen Geographie/Landschaftsöklogie und die dabei entstehenden naturwissenschaftlich orientierten -Laboratorien- einerseits und Ausschnitte aus dem Methodenspektrum sozialräumlich orientierter Disziplinen mit ihren sozial- und kulturanthropologisch ausgerichteten -Laboratorien- andererseits kennenzulernen. Es soll...
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Jetzt Lernplan erstellenIn dieser Vorlesung geht es darum, ein Spektrum der Arbeitsweisen der Physischen Geographie/Landschaftsöklogie und die dabei entstehenden naturwissenschaftlich orientierten -Laboratorien- einerseits und Ausschnitte aus dem Methodenspektrum sozialräumlich orientierter Disziplinen mit ihren sozial- und kulturanthropologisch ausgerichteten -Laboratorien- andererseits kennenzulernen.
Es soll und kann in dieser Veranstaltung nicht um einen enzyklopädischen Abriß eines Methodenspetrums gehen – weder für den Bereich der physisch-geographischen Arbeitsweisen noch für den Bereich der sozialräumlichen Analysen - sondern es werden kontextbedingt je nach Region (handele es sich um das Hessische Ried, Gebiete der Untermosel, Bereiche aus der Bayrischen Rhön oder Gebirgslandschaften, die aufgenommen wurden, um einen Reisegradienten durch die Karpaten zu markieren, …, …, …) spezifische landschaftsökologische, sozialräumliche und planungspolitische Problemstellungen herausgearbeitet und entsprechend jeweilige Analyse- und Interpretationsweisen bemüht. (Beipiel: Die Rationalitäten des Hydrogeographen spielen mit einer anderen Gewichtung eine Rolle, wenn es etwa um die Analyse einer paradoxen Wasserwirtschaftpolitik im Hessischen Ried geht, die Syntaxonomie der Pflanzensoziologie tritt in den Vordergrund, wenn es um die Qualität der Stadtvegetation als Bio- und Sozialindikator geht, …, …, …)
Von daher stehen in dieser Veranstaltung -Landschaften- im Zentrum, die im Rahmen meiner Geländepraktika und Exkursionen natur- und kulturgeschichtlich analysiert und interpretiert wurden und auf ihre jeweiligen verborgenen politischen, soziokulturellen und ökonomischen Agenden hin befragt und beforscht wurden. Diese Landschaften werden zunächst auf der Ebene sehr unterschiedlicher Bildabstraktionen (von der Glanzpapierbroschürenversion, über das Format der -gissisierten- und digitalisierten Simulation, als Filmsequenz bis hin zu Landschaften in der Präsentationsform der Narration) in den Seminar-/Veranstaltungsraum hineinprojiziert.
Im Anschluß an diese Formen der Visualisierung und Virtualisierung von Landschaften, werden die Arbeitsweisen der Physischen Geographie und sozialräumlich bezogene Methoden aus dem Bereich der qualitativen empirischen Sozialforschung im Rahmen der konkreten Beispielszenarien vorgestellt und diskutiert.
Im Rahmen integrativer Fragestellungen wird auch klar werden, daß in diesem Schnittstellenbereich von naturwissenschaftlichem und sozial- und kulturwissenschaftlichem Forschen Ansätze und Methoden nicht einfach additiv nebeneinanderstehen, sondern sich gegenseitig ineinander verzahnen und sich gegenseitig bedingen können. Beispielhafte Momentaufnahmen aus den Geländepraktika und Exkursionen werden zeigen, daß es interessensbedingt Etappen des Forschens gibt, in denen die akribischen und auf genaueste Terminologie abzielenden Arbeitsweisen der Physischen Geographie erkenntistheoretisch in eine Sackgasse führen können, weil bioökologische Rationalitäten Bedeutungsspektren eines -konkreten Ortes- nicht in ihrer Komplexität und Widersprüchlichkeit würdigen können, auf der anderen Seite gibt es aber auch Momentaufnahmen, in denen der akribische Blick – inspriert durch wissenschaftliche Praxis und die Prinzipien der Physischen Geographie – über eine Besonderheit im Artengefüge, eine zunächst widersprüchliche und deutungswürdige Irrtation in der Kombination von einem Substrat und Vegetation, die im Sinne der Ellenberg´schen Zeigerwertideolgie nicht zusammenpassen wollen, einem Spezialisten aus dem Bereich der Sozialraumforschung erst gar nicht aufgefallen wäre.
FB 05 Gesellschaftswissenschaften
Uni Kassel
WiSe 2013/14
Schlüsselkompetenzpool FB05
Prof. Dr.
Kruckemeyer Frauke