Zurück zum Vorlesungsverzeichnis
Uni-Düsseldorf
14. März 2017

Seminar Erfahrungsökologien zwischen Fernsehen und Alltag Fernsehforschung Methoden und das Problem des 8222 Auswertens 8220 Projektseminar

Einem geläufigen Verständnis von Medienwirkung liegt häufig die Annahme zugrunde, es gebe zumindest zwei Erfahrungsbereiche, die getrennt voneinander analysierbar sind und die sich häufig in einem hierarchischen Verhältnis gegenüber stehen: mediale Erfahrung und (reale) Alltagserfahrung. Dementsprechend sind insbesondere Studien, die...

Erstelle deinen persönlichen Lernplan

Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.

Jetzt Lernplan erstellen
Einem geläufigen Verständnis von Medienwirkung liegt häufig die Annahme zugrunde, es gebe zumindest zwei Erfahrungsbereiche, die getrennt voneinander analysierbar sind und die sich häufig in einem hierarchischen Verhältnis gegenüber stehen: mediale Erfahrung und (reale) Alltagserfahrung. Dementsprechend sind insbesondere Studien, die nach der Wahrnehmung bzw. Wirkung alltäglich rezipierter, populärer Fernsehformate wie denen des Reality TV fragen, nicht selten auf die Lokalisierung einer Grenze zwischen beiden Bereichen und in der Konsequenz auf die Problematisierung von potentiellen Grenzüberschreitungen angelegt. Was passiert aber, wenn man ökologischen Konzeptionen von Wahrnehmung und Erfahrung folgt, und so nach den Verknüpfungsdynamiken zwischen Fernsehen/Fernseherfahrung und Alltag/Alltagserfahrung fragt, statt nach Ihren jeweiligen Grenzen und Trennbereichen? Wie könnte eine solche Forschung aussehen, und wie kann das hieraus erwachsende ‚Material’ nicht grenzziehend bzw. kategorisch, sondern gerade im Hinblick auf die Fluchtlinien einer Erfahrungsökologie, innerhalb derer eigentlich nicht mehr zwischen medialer Erfahrung und Alltagserfahrung differenziert werden kann, ausgewertet werden? Dieses Seminar knüpft an ein zwischen 2012 und 2013 am Institut für Medien- und Kulturwissenschaft durchgeführtes Forschungsprojekt zu -Affekt, Alltag und Fernsehen- an und thematisiert spezifische Problembereiche, die sich in der Konsequenz aus der Arbeit mit ‚Material’ ergeben. Ausgehend von Einzelinterviews, Gruppendiskussionen, Bild- und Audiomaterial, die im Rahmen des Projektes mit Jugendlichen entstanden sind, sollen unterschiedliche methodische Ansätze der Fernsehforschung diskutiert werden, und vor allem Probleme der -Auswertung- im Zentrum stehen. Begleitend dazu werden verschiedene Ansätze aus Fernseh- und Wahrnehmungstheorie, und exemplarisch die methodischen Anordnungen bereits bestehender Forschungen diskutiert und problematisiert. Das Seminar ist als Projektseminar angelegt, in dem die Studierenden weitgehend selbständig und in Gruppen mit bereits bestehendem Material aus dem Projekt arbeiten oder eigene, kleinere Projekte entwickeln und ausprobieren. Institut für Medien- und Kulturwissenschaft Universität Düsseldorf SoSe 2016 Korte Anne Katharina Jule