Uni-München
14. März 2017Seminar Erzählen in der slavischen Moderne
Spätestens um 1900 findet in der Prosa der slavischen Literaturen ein Wechsel von einer realistischen Illusionsästhetik zu Formen des Erzählens statt, in denen die Wahrnehmung subjektiviert und logisch-kausale Zusammenhänge durch ‚poetische‘, assoziative Darstellungsformen fragmentiert werden. Diese Erschwerung der Wahrnehmung geht...
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Jetzt Lernplan erstellenSpätestens um 1900 findet in der Prosa der slavischen Literaturen ein Wechsel von einer realistischen Illusionsästhetik zu Formen des Erzählens statt, in denen die Wahrnehmung subjektiviert und logisch-kausale Zusammenhänge durch ‚poetische‘, assoziative Darstellungsformen fragmentiert werden. Diese Erschwerung der Wahrnehmung geht mit einer Betonung der Medialität und Autonomie des poetischen Wortes einher, die ihr theoretisches Pendant in der formalistischen und strukturalistischen Ästhetik findet. Unser Streifzug durch die Prosa der slavischen Moderne beginnt mit den Erzählungen Anton echovs, die die für den Realismus zentrale Kategorie der Ereignishaftigkeit in Frage stellen, und führt uns zunächst zur die erzählerische Zentralperspektive überwindenden Kriegsliteratur von Isaak Babel’ (Die Reiterarmee) und Miloš Crnjanski (Tagebuch über arnojevic). Miroslav Krleas Der kroatische Gott Mars mit seiner eher sozialkritischen Einstellung wird uns als kontrastive Vergleichsfolie dazu dienen. Im westslavischen Bereich werden wir uns zum einen mit dem pikaresken Roman Die Abenteuer des braven Soldaten Švejk von Jarosalv Hašek und zum anderen mit der ‚metamorphotischen‘ Prosa von Bruno Schulz (Die Zimtläden) beschäftigen. Zum Schluss kehren wir nach Russland zurück, um die jegliche logische Kategorie sprengenden Texte von Daniil Charms zu analysieren. Geplant ist eine Kooperation mit dem Residenztheater, das in der aktuellen Saison Hašeks Roman inszeniert.
Department II - Griechische und Lateinische, Romanische, Italienische und Slavische Philologie, Sprachen und Kommunikation
Bachelor WP 8.1:
Hausarbeit (ca. 30.000 Zeichen)
mit Benotung
6 ECTS-Punkte
Bachelor WP 4.2
Klausur 60 min.
mit Benotung
3 ECTS-Punkte
Master WP 8:
Thesenpapier (ca. 6.000 Zeichen) und Essay (ca. 15.000 Zeichen)
mit Benotung
6 ECTS-Punkte
Master WP 4.2
Thesenpapier (ca. 6.000 Zeichen) und Essay (ca. 15.000 Zeichen)
mit Benotung
6 ECTS-Punkte
B.A.-Nebenfach SLK:
Diese Veranstaltung entspricht in WP 2 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Literaturwissenschaft m/n/o/p- (WP 2.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. Die Wahl der Prüfungsart liegt beim Dozenten.
LMU München
SoSe 2016
Prof.Dr.
Nicolosi Riccardo