Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Ethik Wahnsinn Wissenschaft Forschung zu Biobits Robotik und künstlicher Intelligenz
Können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler immer absehen, welche Folgen ihr Handeln, ihre Forschung hat? Und, falls ja, zügeln sie ihre wissenschaftliche Neugier und unterlassen aufgrund ethischer Grundsätze oder moralischer Bedenken risikoreiche, gefährliche Forschungsvorhaben? Oder verleiten sie Visionen, Eitelkeit, Hoffnung auf Reputationszugewinne...
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Jetzt Lernplan erstellenKönnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler immer absehen, welche Folgen ihr Handeln, ihre Forschung hat? Und, falls ja, zügeln sie ihre wissenschaftliche Neugier und unterlassen aufgrund ethischer Grundsätze oder moralischer Bedenken risikoreiche, gefährliche Forschungsvorhaben? Oder verleiten sie Visionen, Eitelkeit, Hoffnung auf Reputationszugewinne und finanzielle Versprechungen bzw. Zwänge zum Weiterforschen? Die Forschung zu Robotik, künstliche Intelligenz, Genmanipulation von Menschen, Tieren und Pflanzen sowie Mikrochips zur Steuerung biologischer Vorgänge im menschlichen Körper (z. B. der jüngst präsentierte -Empfängnisverhütungsmikrochip-) eignet sich dabei sehr gut, um die oft widerstreitenden Ziele von wissenschaftlichem Fortschritt, Innovationen und ethischem Handeln soziologisch zu analysieren. Im Seminar werden sowohl soziologische Theorien zur sozialen Konstruktion von Technik und die Akteur-Netzwerk-Theorie, zur Risiko- und Wissenschaftsforschung sowie der Technikfolgenabschätzung als auch Erkenntnisse aus der Biologie, der Robotik, den Nano-, den Neuro- und den Technikwissenschaften für die Analyse herangezogen.
Problematisierung (Skizze): Im Dokumentarfilm -Plug & Pray- (http://www.plug-pray.de/) wird gezeigt, wie Wissenschaftler an freundlich anmutenden Robotern basteln, die durch Einkaufszentren fahren und Passantinnen beglücken; wie ein Wissenschaftler sein Roboter-Alter-Ego namens -Geminoid- schafft, welches Kindern den ständig abwesenden Vater ersetzen soll; wie begeistert die Wissenschaftler sind, dass sie mit -iCub- einen lernfähigen Roboter geschaffen haben, welcher sich auf dem Niveau eines dreijährigen Kindes bewegt. Doch wir wissen gegenwärtig nicht und können nur schwer abschätzen, welche sozialen, technischen etc. Folgen für die Gesellschaft die Forschungsarbeiten der Wissenschaftler haben.
Mögliche Szenarien zu den Folgen der Verselbständigung von künstlicher Intelligenz sind in Science-Fiction Filmen zu bewundern: In der Serie -Real Humans- organisiert sich eine Gruppe von Hubots (Abkürzung von Hu man Robots ) selbst und Kämpft gegen den Missbrauch von Humbots durch die Menschen, welchen sie Gefährten und Unterstützer sein sollen. Im Film -I, Robot- übernimmt der Zentralcomputer V.I.K.I. die Herrschaft und beschließt, um den Bedrohungen und den Zerstörungen durch Menschen Einhalt zu gebieten, die die Menschen zu bevormunden. In der Serie -Battlestar Galactica- führen die Zylonen (engl. Cylon = Cy bernetic L ife Fo rm N ode) einen Vernichtungskrieg gegen ihre Schöpfer und Ausbeuter: die Menschen.
Diese beispielhaften Gefahren vor Augen, können die Fragen gestellt werden: ist es wünschenswert im Namen von Innovation und Fortschritt Forschung zu künstlicher Intelligenz und Robotik zu betreiben? Oder, sollte sie verboten werden? Denn frei nach dem Chaostheoretiker -Dr. Ian Malcolm- im Film -Jurassic Park- können die nicht-intendierten Konsequenzen menschlichen, wissenschaftlichen Tuns wie folgt zusammengefasst werden: das Leben bzw. die mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten Roboter werden immer einen Weg finden, sich den Ideen, Regeln und Vorhaben ihrer Schöpfer zu entziehen und ggf. zu widersetzen oder gar einen freien Willen entwickeln.
FB 05 Gesellschaftswissenschaften
Uni Kassel
SoSe 2015
Soziologie HF
Politik und Wirtschaft
Schneijderberg Christian