Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Kompaktseminar Körper und Alter n soziologische und gerontologische Perspektiven
Körper und Alter(n) zählen zu den biologischen Grundbefindlichkeiten einer jeden Gesellschaft, da jede soziale Ordnung immer auch über sie vermittelt wird. Das soziologische Postulat, Soziales nur sozial zu erklären, verstellte zugleich aber auch den Blick auf die gesellschaftsbildenden Funktionen von...
Erstelle deinen persönlichen Lernplan
Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.
Jetzt Lernplan erstellenKörper und Alter(n) zählen zu den biologischen Grundbefindlichkeiten einer jeden Gesellschaft, da jede soziale Ordnung immer auch über sie vermittelt wird. Das soziologische Postulat, Soziales nur sozial zu erklären, verstellte zugleich aber auch den Blick auf die gesellschaftsbildenden Funktionen von körperlichen und leibhaftigen Erfahrungen. Soziale Ordnungen (Interaktionen, Organisationen, soziale Systeme) werden einerseits über den Körper vermittelt, andererseits prägen sie diesen in nicht unerheblicher Weise. Der Körper formt sich nicht nur je nach sozialstruktureller Lage und gesellschaftlicher Zuschreibung unterschiedlich aus, sondern ist auch Bedingung von Interaktion und Sozialität. Er begegnet uns als kulturell verschiedener Geschlechtskörper, als Alterskörper, als von Lebens- und Arbeitsbedingungen gezeichneter Körper oder als ästhetisches Investitionsprojekt angesichts eines übersteigerten Jugendlichkeitsideals. Insgesamt ist das Thema Körper und Alter(n) bislang vor allem im deutschsprachigen Bereich primär unter dem Gesichtspunkt biologischer Entwicklungsverläufe und gesundheitlicher Beeinträchtigungen thematisiert worden. Bislang wenig untersucht werden Fragen der sozialen, auch geschlechtertypischen Konstruktionen des Alter(n)s vor dem Hintergrund körperlicher Veränderungen und deren Auswirkungen auf Lebenslagen im Lebenslauf. Wie verändert sich die Selbst- und Fremdwahrnehmung des Körpers im Prozess des Älterwerdens, unterschieden nach Geschlecht, sozialer Lage und Biographie? Auf welche Weise reagiert die Gesellschaft auf die demographische Zunahme älterer Körper und versucht diese zu disziplinieren und zu regulieren (z.B. Anti-Ageing-Medizin)? Diese Fragen sollen im Seminar anhand einschlägiger theoretischer wie empirischer Beiträge aus der Soziologie und Gerontologie untersucht werden.
Biggs, Simon (1997): Choosing not to be old? Masks, bodies and identity management in later life. Ageing and Society 17 (5), S. 553570.
Gugutzer, Robert (2004): Soziologie des Körpers. Bielefeld: transcript.
Öberg, Peter (1996): The absent body: A social gerontological paradox. In: Ageing and Society 16/6, S. 701719.
Schroer, Markus (2005): (Hrsg.): Soziologie des Körpers. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
Twigg, Julia (2004): The body, gender, and age: Feminist insights in social gerontology. In: Journal of Aging Studies 18/1, S. 5973.
BemerkungZuordnungen: D1-HKa, D1-HBa, D2-KTh, ASG-S2, ASG-H7 Mo 2 (1200)
FB 04 Sozialwesen
Uni Kassel
SS2006
Prof. Dr.
Backes Gertrud M