Uni-München
14. März 2017Seminar Fachdidaktisches Seminar Griechisch Frühe griechische Lyrik und ihre Rezeption im Griechischunterricht
-Im leeren Raum von Welt und Ich- bleibt die griechische Lyrik nach wie das prägende Muster für jene Form von subjektiv tönender Kurzpoesie, die sich bis heute mit ihrem Namen schmückt. Freilich ist man inzwischen großzügig genug, nicht nur zu...
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Jetzt Lernplan erstellen-Im leeren Raum von Welt und Ich- bleibt die griechische Lyrik nach wie das prägende Muster für jene Form von subjektiv tönender Kurzpoesie, die sich bis heute mit ihrem Namen schmückt. Freilich ist man inzwischen großzügig genug, nicht nur zu Leier- oder Flötenbegleitung gesungene (strophische) Lieder als -Lyrik- zu bezeichnen, sondern auch Jambus, Elegie, Epigramm und offenere Formen mit einzubeziehen. So frei werden auch wir in diesem Kurs sein, der einen chronologischen Querschnitt durch die griechische Lyrik von den Anfängen bis zum Hellenismus vermitteln will: Wir werden uns dabei fast jede Sitzung auf ein neues Dichter-Ich einlassen: Der Autorenreigen reicht von Archilochos, dem -wild durchs Dasein getriebenen kriegerischen Musendiener- (Nietzsche), über seine -Verfeinerer- Alkaios und Sappho (die poetria der Antike) sowie den staatsmännischen Elegiker Solon bis hin zu Pindar, dem thebanischen -Schwan- der Siegeslieder, und den alexandrinischen poetae docti Kallimachos und Theokrit.
Die Gedichte werden gemeinsam gelesen, metrisch analysiert, übersetzt und inhaltlich erschlossen. Konzepte und Formen der Verdeutschung poetischer Texte wollen wir analysierend (Vergleich gedruckter Übersetzungen) und experimentierend einüben. Dabei soll ein methodisches Zusammenspiel von altertumswissenschaftlicher Übersetzungs- und Rezeptionsforschung mit der didaktischen Betrachtungsweise, die ihren Blick auf eine ansprechende und ertragreiche Lyrikerlektüre in der Oberstufe des achtjährigen Gymnasiums richtet, versucht werden. Auch wollen wir angesichts der Multimedialität des Gegenstandes die Möglichkeiten des fächerverbindenden Arbeitens in wissenschaftlichem wie schulpraktischem Zusammenhang ausloten.
Department II - Griechische und Lateinische, Romanische, Italienische und Slavische Philologie, Sprachen und Kommunikation
LMU München
SoSe 2015
Univ.Prof.Dr.
Janka Markus