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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Formen des Wissens und Formen des Erklärens in den Naturwissenschaften

Mehrere Autoren haben in jüngster Zeit versucht, Typologien von Formen des Denkens, des Wissens oder der Wissenserzeugung, insbesondere in den Naturwissenschaften zu erstellen. So unterscheidet der Wissenschaftsphilosoph Ian Hacking im Anschluss an den Historiker Alistair C. Crombie beispielsweise sechs -styles...

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Mehrere Autoren haben in jüngster Zeit versucht, Typologien von Formen des Denkens, des Wissens oder der Wissenserzeugung, insbesondere in den Naturwissenschaften zu erstellen. So unterscheidet der Wissenschaftsphilosoph Ian Hacking im Anschluss an den Historiker Alistair C. Crombie beispielsweise sechs -styles of scientific reasoning” (axiomatic, experimental, hypothetical-analogical, taxonomic, probabilistic, genealogical). Der Wissenschafts- und Technikhistoriker John Pickstone spricht von drei -ways of knowing” (natural history, analysis experimentation), die auch mit drei -ways of making” (craft, rational production, synthesis) in der Geschichte der Technik in Verbindung gebracht werden können. Pickstone geht in seinem Ansatz wiederum von einer Unterscheidung des Philosophen Thomas Kuhns aus (Mathematical versus Experimental Traditions in the Development of Physical Sciences). In dem Seminar wollen wir uns diese Typologien näher anschauen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausarbeiten und die Ansätze mit den früheren Versuchen der logischen Empiristen (Carnap, Hempel) vergleichen, Formen der Begriffsbildung zu bestimmen (klassifikatorische oder qualitative, topologische oder komparative und quantitative oder metrische Begriffe). Darüber hinaus soll diskutiert werden, ob alle Formen des Wissens mit dem Ziel Erklärungen von Phänomenen zu geben in Verbindung gebracht werden können, oder ob sich auch andere Ziele, zum Beispiel Beschreibung, identifizieren, und im Vergleich zu Erklärungen bestimmen lassen. Zudem stellt sich die Frage, ob sich bestimmte Formen des Wissens bestimmten Formen der Erklärung zuordnen lassen (etwa deduktiv-nomologische, kausale, funktionale oder evolutionäre Erklärungen). Ein Reader mit Auswahltexten wird zu Beginn der Veranstaltung zur Verfügung gestellt. FB 02 Institut für Philosophie Uni Kassel SoSe 2015 Philosophie Philosophie HF Dr. Meunier Robert