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Uni-Dortmund
14. März 2017

Seminar Forschungskolloquium Friedrich Kittler Grammophon Film Typewriter

Kurzbeschreibung: Als Azzo Kittler hat der Autor das Buch unter dem Titel SCHREIBMASCHINE, GRAMMOPHON, FILM. Ein Medienverbund der Jahrhundertwende selbst wie folgt angekündigt (redaktionell von mir, M. St., bereinigter Text): -Vor hundert Jahren sind kurz nacheinander die Schreibmaschine, das Grammophon...

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Kurzbeschreibung: Als Azzo Kittler hat der Autor das Buch unter dem Titel SCHREIBMASCHINE, GRAMMOPHON, FILM. Ein Medienverbund der Jahrhundertwende selbst wie folgt angekündigt (redaktionell von mir, M. St., bereinigter Text): -Vor hundert Jahren sind kurz nacheinander die Schreibmaschine, das Grammophon und der Film zur Welt gekommen. Um 1900 verlor bedrucktes Papier, auch Dichtung genannt, das Monopol auf die Speicherung von Geräuschen und Gesichten. Aus der leisen Innerlichkeit von Lyrik wurden Schlager und Sound, aus Leserphantasien die Trickwirklichkeiten des Spielsfilms. Und der Literatur blieb fortan ein schwarzweißer Letternkult. Und wenn Schriftsteller nicht als Schlagertexter oder Filmdrehbuchlieferanten zu den Medien überliefen, blieb ihnen nurmehr ein schwarzweißer Buchstabenkult ihres eigenen Medium. Ihn trägt seit damals eine Maschine, sie so allgegenwärtig wie übersehen ist, weil sie Schreiben, dieses Machtmonopol von Männerhänden, auf ganze Heere von Schreibmaschinistinnen übertragen übertragen hat. Eine alte Geschichte, die kaum einer mehr kennt, gerade weil sie an der Schwelle unserer Medienwirklichkeiten steht. Dokumente, Reaktionen und Bilder, durch Kommentare verbunden und systematisiert, lassen jene Gründerzeit wiedererstehen- (Bestand A: Kittler / Deutsches Literaturarchiv Marbach, Kasten 100, Mappe 3 [-Mappe GFT Grammophon, Film, Typewriter-], einseitiges Typoskript mit Korrekturen von Hand). Wir werden in Abschnitten lesen, die Lektüre der Primärliteratur (Rainer Maria Rilke, Salomo Friedlaender, Franz Kafka, Friedrich Nietzsche, Carl Schmitt, Arno Schmidt u. a.) vertiefen und das Buch vor dem Hintergrund aktueller Forschungsliteratur (Geoffrey Winthrop Young, Nina Wiedemeyer, Claus Pias u. a.), welche nicht zuletzt die Frage nach der Zeitgemäßheit von Kittler Diagnosen stellt, diskutieren. Lernziele/Kompetenzen: Das Forschungskolloquium richtet sich an Fortgeschrittene mit einem ausgeprägten Interesse für literaturtheoretische Fragestellungen. Modulprüfung: Hier bieten sich vor allem Exposés zu Masterarbeiten an, aber auch Wissenschaftliche Hausarbeiten sind möglich. Eignung für angewandte Studiengänge: Studierende der angewandten Kultur- und Literaturwissenschaften sind eingeladen, in diesem Rahmen ihre Masterarbeitsprojekte zur Diskussion zu stellen, wenn sie sich mit der Fragestellung des Forschungskolloquiums – auch nur entfernt – berühren. Literatur: Friedrich Kittler, Grammophon, Film, Typewriter, Berlin: Brinkmann + Bose 1986, ISBN 3-922660-17-7 (offenbar durchaus noch erhältlich). Technische Universität Dortmund SoSe 2015 Institut für deutsche Sprache und Literatur Prof. Dr. Stingelin Martin