Uni-München
14. März 2017Seminar Governing Migration Politiken Technologien Akteure Schauplätze und Diskurse
Das Seminar ist die forschungsorientierte Fortführung des ersten Teils des Studienprojektes. Ein Besuch ist deshalb nur für Teilnehmer_innen des Projektes möglich Um das Thema -Migration- kreisen heute eine Vielzahl von Akteuren in den unterschiedlichsten Zusammenhängen und auf den unterschiedlichsten Ebenen:...
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Jetzt Lernplan erstellenDas Seminar ist die forschungsorientierte Fortführung des ersten Teils des Studienprojektes. Ein Besuch ist deshalb nur für Teilnehmer_innen des Projektes möglich
Um das Thema -Migration- kreisen heute eine Vielzahl von Akteuren in den unterschiedlichsten Zusammenhängen und auf den unterschiedlichsten Ebenen: Stadtverwaltungen, NGOs, internationale Organisationen wie die UN oder die IOM, Ausländerbeiräte, Organe der EU wie die Kommission oder die Grenzschutzagentur Frontex, Migrantenselbstorganisationen und Diasporaverbände aber auch immer mehr Think Tanks, wissenschaftliche Institutionen oder Kultureinrichtungen wie Museen oder Theater. Nicht alle diese Akteure verstehen unter -Migration- dasselbe: manche interessieren sich eher für Integrationsaspekte, andere für das Migrationsmanagement oder Grenzkontrollen, wieder andere setzen Migration und Diaspora oder Kosmopolitanismus gleich. Und nicht alle diese Akteure behaupten von sich, Migrationspolitik zu machen oder beeinflussen zu wollen. Dennoch soll in diesem Studienprojekt von der These ausgegangen werden, dass sie alle auf die ein oder andere Weise am -Governing Migration- beteiligt sind. Damit wird von einem weiten Regierensbegriff ausgegangen, der an Konzepte wie das der Gouvernementalität oder des Regimes angelehnt ist und weitaus mehr umfasst als politisches oder staatliches Handeln.
Vor einem solchen Hintergrund will das Projekt fragen, was es überhaupt bedeutet, Migration zu regieren, zu managen, zu steuern, zu beeinflussen oder auch nur was es bedeutet, dass unterschiedliche Akteure Migration zum gesellschaftlichen und politischen Thema machen. Welche Bilder von Migration und migrantischen Akteuren werden dabei entworfen? Welche Subjektivierungen und (Sprech)Rechte geschaffen? Mit welchen anderen Diskursen verknüpfen sich Diskursivierungen von Migration? Welche Techniken und Praxen kommen in verschiedenen Migrationsregimen zum Einsatz?
Anhand eigener Forschungsprojekte zu spezifischen Politiken, Akteuren, Schauplätzen, Diskursen und Technologien in denen die jeweilige Gemengelage dieser Fokuspunkte untersucht werden soll, soll dabei auch deutlich werden, wie wichtig es ist, einerseits auf den Alltag des Regierens von Migration zu blicken und andererseits auf den Alltag der Bewegungen der Migration: wie kommt es eigentlich zu spezifischen integrations- und migrationspolitischen Papieren? Welche Aushandlungen und Konflikte verbergen sich dahinter? Wie sieht der Alltag einer migrationspolitisch engagierten NGO aus? Was ist unter der NGOisierung des Regierens von Migration zu verstehen? Was verbirgt sich migrationspolitisch, praxeologisch und diskursiv hinter medial viel diskutierte Technologien wie Biometrie und Drohnen? Warum gibt es derzeit mehr und mehr Mappings von Migration? Wie sind die aktuellen Flüchtlingsproteste zu verstehen? Wie werden Theater und Museen derzeit zu migrationspolitischen Akteuren? Und welche (kritischen und engagierten) kulturanthropologischen Perspektiven lassen sich auf solche Prozesse einnehmen? Fragen wie diesen wollen wir in diesem zweisemestrigen Studienprojekt nachgehen.
Nach einer Anfangsphase, in der wir uns mit grundlegenden Konzepten und Begriffen, wie -Gouvernementalität-, -Regime-, -Politik-, -Regieren-, -Technologie- und -Subjektivierung- sowie mit grundlegenden Methoden der Politik-, Institutionen- und sozialen Bewegungsforschung auseinander setzen, sollen Schwerpunkte und Forschungen erarbeitet werden, die dann im zweiten Semester des Projektes weitergeführt werden.
Im zweiten Teil des Studienprojektes sollen dabei die Forschungsvorhaben der Teilnehmer_innen im Vordergrund stehen. Entsprechend der sich in ihnen kristallisierenden Schwerpunkte des Seminars, soll einerseits eine vertiefte Auseinandersetzung mit einzelnen Begrifflichkeiten und Konzepten und andererseits die Reflexion und Kontextualisierung sowie Durchführung, Analyse und Verschriftlichung der eigenen Forschungen im Vordergrund stehen. Neben theoretischen Texten und Debatten sollen entsprechend auch Forschungsmethoden und Möglichkeiten der Analyse und Verschriftlichung von kulturanthropologischen Forschungen vorgestellt und diskutiert werden
Department für Kulturwissenschaften und Altertumskunde
LMU München
WiSe 1415
Dr.
Schwertl Maria