Uni-Düsseldorf
14. März 2017Seminar Horkheimer und Adorno in philosophiegeschichtlicher Perspektive
Die Bedeutung der von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno gemeinsam verfassten Schrift Dialektik der Aufklärung für die Ideengeschichte der Bundesrepublik Deutschland kann kaum unterschätzt werden. Dabei lassen sich drei Rezeptionsphasen herausschälen, die zufälligerweise dem Aufbau des Werkes, seiner Einteilung...
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Jetzt Lernplan erstellenDie Bedeutung der von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno gemeinsam verfassten Schrift Dialektik der Aufklärung für die Ideengeschichte der Bundesrepublik Deutschland kann kaum unterschätzt werden. Dabei lassen sich drei Rezeptionsphasen herausschälen, die zufälligerweise dem Aufbau des Werkes, seiner Einteilung in einen Eröffnungsessay, zwei Exkurse und drei Anhänge entsprechen: Zunächst wird der Anfang des Buches in die Nähe klassischer Metaphysik gerückt, sodann werden die im Mittelteil untergebrachten Ausführungen zur Kulturindustrie medienwissenschaftlich bedeutsam, schließlich wendet sich die Antisemitismusforschung dem breiten Schlussabschnitt zu. Im Seminar soll vor allem der erste Teil, die Kritik abendländischen Denkens, behandelt werden. Im Kielwasser neuerer Untersuchungen zur Frankfurter Schule soll der interne Zusammenhang des Werkes allerdings gewahrt bleiben, weshalb auch die weiteren Abschnitte kursorisch herangezogen werden.
Horkheimer und Adorno werfen in ihrem einleitenden Aufsatz der Aufklärung vor, nicht der Befreiung des Menschen, sondern dessen fortgesetzter Knechtschaft zu dienen. Unterdrückung, Zerstörung und Barbarei in nie gekanntem Ausmaß sind die Übel, die rationales Denken über die Menschheit brachte. Diese These wird im Anschluss philosophiehistorisch fruchtbar gemacht. Das Seminar nimmt die Hauptprotagonisten der Philosophiegeschichte in den Blick, an denen Horkheimer und Adorno ihre These exemplifizieren: Spinoza, de Sade, Kant, Nietzsche. In Frage steht, wie gerechtfertigt das Vorgehen Horkheimers und Adornos ist. Aufschluss verspricht ein Vergleich mit den in der Dialektik der Aufklärung herbeizitierten Quellentexten selbst. Ergänzend werden weitere Studien, die die beiden Hauptvertreter der Kritischen Theorie philosophischen Positionen gewidmet haben, herangezogen. Der Schwerpunkt liegt dabei sachgemäß auf Philosophen der Neuzeit, des Rationalismus und der Aufklärung, soweit sie bei den beiden Autoren auftauchen.
Die Anschaffung der Dialektik der Aufklärung wird dringend empfohlen. Weitere Literatur stellt ein elektronischer Semesterapparat zur Verfügung.
Philosophie (Master, PO 2013)
Universität Düsseldorf
WiSe 2016/17
Braun Roland