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14. März 2017Seminar Jean Jacques Rousseau
Jean-Jacques Rousseau (1712-1778) ist eine schillernde Figur der politischen Ideengeschichte: Als Wegbereiter der Französischen Revolution gefeiert, als totalitärer Denker des über den Individuen stehenden Gemeinwillens gebrandmarkt. Seine Werke zur Ungleichheit unter den Menschen und zum Gesellschaftsvertrag sind bis heute wichtige...
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Jetzt Lernplan erstellenJean-Jacques Rousseau (1712-1778) ist eine schillernde Figur der politischen Ideengeschichte: Als Wegbereiter der Französischen Revolution gefeiert, als totalitärer Denker des über den Individuen stehenden Gemeinwillens gebrandmarkt. Seine Werke zur Ungleichheit unter den Menschen und zum Gesellschaftsvertrag sind bis heute wichtige Inspirationsquellen des politischen Denkens, geben aber auch zahlreiche Fragen auf. Aber nicht nur als politischer Theoretiker hat Rousseau Einfluss auf die gesellschaftlichen Debatten seiner Zeit genommen. Er war auch Kulturkritiker, der die moderne Zivilisation als Niedergang natürlicher Einstellungen brandmarkte, Romancier, der die Empfindung der Liebe gegenüber den gesellschaftlichen Konventionen einer standesgemäßen Ehe verteidigte, und Pädagoge, der auf die Erziehung zu verantwortlicher Freiheit setzte. Auch als Komponist, Musiktheoretiker und Dramatiker betätigte sich Rousseau. Immer spielte bei Rousseau die Vorstellung eines -natürlichen-, unverfälschten Lebens eine Rolle. Sein Leben war hingegen durch Zerrissenheit und Unstetigkeit gekennzeichnet. Als -Bürger ohne Vaterland- (Spaemann) hielt er sich in unterschiedlichen Städten und Ländern auf und wurde doch nirgends recht heimisch. Immer wieder eckte er an oder wurde verfolgt. Er wechselte zwischen den religiösen Konfessionen hin und her. Auch seine Liebesbeziehungen waren mehr als undurchsichtig, und seine eigenen fünf Kinder gab er bekanntlich im Findelhaus ab. Rousseau war ein zerrissener und zugleich ungemein kreativer Mensch, der in einer Zeit großer Umbrüche lebte. Der Lektürekurs wird sich eingehend seiner Biographie, seinen Schriften und wirkungsgeschichtlichen Aspekten widmen.
Brandt, Reinhard/Herb, Karlfriedrich (Hrsg.): Jean-Jacques Rousseau - Vom Gesellschaftsvertrag oder Prinzipien des Staatsrechts, Reihe -Klassiker Auslegen-, Berlin.
Fetscher, Iring (2009): Rousseaus politische Philosophie. Zur Geschichte des demokratischen
Freiheitsbegriffs, Frankfurt/Main.
Rousseau, Jean-Jacques (1986): Vom Gesellschaftsvertrag oder Die Grundsätze des Staatsrechts, Stuttgart (Reclam) [zur Erwerbung empfohlen]
Rousseau, Jean-Jacques (1998): Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen, Stuttgart (Reclam).
Rousseau, Jean-Jacques (1998): Emile oder Über die Erziehung, Stuttgart (Reclam).
Sturma, Dieter (2001): Rousseau, München.
Taureck, Bernhard H. F. (2009): Jean-Jacques Rousseau, Reinbek bei Hamburg.
FB 05 Gesellschaftswissenschaften
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