Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Kloster Schule Universität Bildung und Erziehung im Mittelalter
-Voll wachsamen Eifer sind wir damit beschäftigt, die Werkstatt der Wissenschaften wiederherzustellen, die durch die Nachlässigkeit unserer Vorfahren beinahe verödet war und laden durch eigenes Bespiel, soviel wir können, dazu ein, die freien Künste zu erlernen-, heißt es in der...
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Jetzt Lernplan erstellen-Voll wachsamen Eifer sind wir damit beschäftigt, die Werkstatt der Wissenschaften wiederherzustellen, die durch die Nachlässigkeit unserer Vorfahren beinahe verödet war und laden durch eigenes Bespiel, soviel wir können, dazu ein, die freien Künste zu erlernen-, heißt es in der Epistola generalis Karls des Großen. Nicht nur die Karolingische Bildungsreform wird hiermit treffend charakterisiert, sondern auch der antike Kanon der artes liberales der fortan Bildung und Erziehung im Mittelalter bestimmen sollte. Doch bereits die vielfältige mittelalterliche Terminologie, mit Begriffen wie instruere, eruditio, prudentia, sapientia, cognitio und ratio, verdeutlicht wie unterschiedlich Erziehung und Bildung im Mittelalter aussehen konnte.
Doch was machte Erziehung und Bildung im Mittelalter eigentlich aus? Wie war Bildung organisiert und gestaltet? Wo wurde gelernt und gelehrt? Und, wer hatte Zugang zu Erziehung, Bildung und Wissen – Männer, Frauen, Eliten, -einfache- Personen?
Mit diesen Fragen werden wir uns im Seminar eingehend beschäftigen. Ausgehend von der monastischen Kultur, sollen die verschieden Orten von Wissensvermittlung (Kloster-, Dom- und Stiftsschulen, Stadtschulen, Universitäten, Fürstenhöfe und Hohe Schulen), die vielfältigen Formen (Klosterbildung, Elementarbildung, septem artes, ritterliche Tugenden, handwerkliche Lehre etc.), sowie die unterschiedlichen Träger und Teilhaber (Adelige, Kleriker, Frauen, Handwerker etc.) des Erziehungs- und Bildungsangebotes im Mittelalter anhand spezifischen Quellenmaterials eingehend betrachtet und analysiert werden.
Nathalie Kruppa u. Jürgen Wilke (Hgg.), Kloster und Bildung im Mittelalter, Göttingen 2006; Martin Kintzinger, Wissen wird Macht. Bildung im Mittelalter, Ostfildern 2003; Martin Kintzinger, Schule und Schüler. Beiträge zur europäischen Bildungsgeschichte des 9. Bis 15. Jahrhunderts, Köln 1996; Notker Hammerstein u. August Buck (Hgg.), Handbuch der deutschen Bildungsgeschichte, Bd. 1: 15. bis 17. Jahrhundert: von der Renaissance und der Reformation bis zum Ende der Glaubenskämpfe, München 1996; Fried, Johannes (Hg.), Schulen und Studium im sozialen Wandel des hohen und späten Mittelalters (Vorträge und Forschungen 30), Sigmaringen 1986.
FB 05 Gesellschaftswissenschaften
Uni Kassel
WiSe 2014/15
Geschichte
Thissen Rebekka