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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Kognitive Grundlagen von sportlichen Entscheidungen Teil 2

In unserem Alltag müssen wir ständig Entscheidungen treffen. Abgesehen von Entscheidungen im Straßenverkehr stehen wir dabei meist jedoch nicht vor der zusätzlichen Aufgabe, diese unter Zeitdruck treffen zu müssen. Im Sport, insbesondere in interaktiven Sportarten (z. B. Tennis, Fechten, Handball),...

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In unserem Alltag müssen wir ständig Entscheidungen treffen. Abgesehen von Entscheidungen im Straßenverkehr stehen wir dabei meist jedoch nicht vor der zusätzlichen Aufgabe, diese unter Zeitdruck treffen zu müssen. Im Sport, insbesondere in interaktiven Sportarten (z. B. Tennis, Fechten, Handball), hängen Erfolg und Misserfolg maßgeblich von der Güte und zeitlichen Präzision von Entscheidungen ab. So muss etwa der Aufbauspieler im Handball nach der Balleroberung in kürzester Zeit aus einer Vielzahl denkbarer und/oder visuell wahrgenommener Handlungsoptionen die optimale Handlung auswählen und diese motorisch sauber ausführen. Ähnliches gilt im Tennis, wenn sich zwei Kontrahenten mit schnellen Grundlinienschlägen duellieren und beide Spieler jeweils rechtzeitig entscheiden müssen, welchen Schlagtyp sie als Nächstes anwenden (Vor- oder Rückhand? Mit Unterschnitt oder Top-spin?) und wo sie den Ball in der gegnerischen Hälfte platzieren möchten (Links oder rechts? Kurz oder lang?). Im Rahmen des zweiten Teils dieses Projektseminars sollen derartige Phänomene vor dem Hintergrund des aktuellen Forschungsstands empirisch untersucht werden: Welche Prozesse sind verantwortlich für (schnelles und optimales) Entscheiden in sportlichen Situationen? Welche Rolle spielt dabei die sportartspezifische Erfahrung eines Athleten? Wie lässt sich der isolierte und wechselseitige Beitrag bestimmter Komponenten, von denen vermutet wird, dass sie relevant für die Erklärung von Entscheidungsprozessen im Sport sind, experimentell untersuchen? Das Lesen englischsprachiger Literatur ist unumgänglich und wird deshalb von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern erwartet. Davids, K., Savelsbergh, G., Bennett, S. J. & van der Kamp, J. (2002). Interceptive actions in sport. Information and movement . London: Routledge. Ericsson, K. A., Charness, N., Feltovich, P. J. & Hoffman, R. R. (2006). The Cambridge handbook of expertise and expert performance. Cambridge: University Press. Hagemann, N., Tietjens, M. & Strauß, B. (2007). Psychologie der sportlichen Höchstleistung. Göttingen: Hogrefe FB 05 Sport Uni Kassel SoSe 2011 Sport Dr. Loffing Florian