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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Kulturelle Bildung auf der documenta 12 Eine Fallstudie

Heutzutage gehen in Deutschland mehr Menschen ins Museum als ins Kino. Großausstellungen wie die documenta erleben einen erheblichen Publikumszuwachs (750 000 BesucherInnen, hauptsächlich Laien). Vielleicht liegt in der allgemeinen Steigerung der Besucherzahlen der wahre Grund dafür, dass sich die Politik...

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Heutzutage gehen in Deutschland mehr Menschen ins Museum als ins Kino. Großausstellungen wie die documenta erleben einen erheblichen Publikumszuwachs (750 000 BesucherInnen, hauptsächlich Laien). Vielleicht liegt in der allgemeinen Steigerung der Besucherzahlen der wahre Grund dafür, dass sich die Politik an die Rede von der -kulturellen Bildung- klammert, wie an einen Rettungsanker. Eröffnet kulturelle Bildung tatsächlich neue Wege zur gesellschaftlichen Teilhabe? Geht es dabei um Schwellenabbau, gesellschaftliche Integration, Bildung von Öffentlichkeit oder um Attraktivitätssteigerung, Eventkultur und Konsum? Anhand der 2007 in Kassel ausgerichteten documenta 12 soll kulturelle Bildung als ein Konfliktfeld zwischen den Polen Kunst und Publikum aufgespannt werden. Wobei weder die Kunst, noch das Publikum als fixe Größe verstanden werden. Denn die Kunst gewinnt ihren Sinn erst in der ästhetischen Erfahrung individueller BetrachterInnen und ob und wie sich aus diesen BetrachterInnen ein emanzipiertes Publikum bildet, ist eine zweite Frage. Ausgehend von grundsätzlichen theoretischen Überlegungen zur Frage von Ästhetik und Subjektivität (Bersani) und Ästhetik und Politik (Ranciere, Rebentisch), sollen die kuratorischen Konzepte und Setzungen der documenta 12 betrachtet und diskutiert werden. (Bildung von Teilöffentlichkeiten in und außerhalb vor und während der Ausstellung: documenta-Magazine, documenta Beirat, Vermittlung, SchülerInnenführungen, Lunchlectures). Daran anknüpfend sollen weitgehend selbständig Rezeptionshaltungen bei den Massenmedien und den BesucherInnen erhoben und analysiert werden. Vorläufige Literaturliste documenta und Museum Friedericianum Veranstaltungs-GmbH/Georg Schölhammer (hg.), documenta magazine/Nr.1-3,2007/Reader, Köln: Taschen Verlag 2007. darin insbesonders: Leo Bersani, Psychoanalysis and the Aesthetic Subject/Die Psychoanalyse und das ästhetische Subjekt, S.237-257. documenta 12 Beirat, S.652-658. Extraeinladung. Kunstvermittlung auf der documenta 12 als kritische Praxis, S.659-661. Karl Ermert, Was ist kulturelle Bildung?, in: Dossier -Kulturelle Bildung-, Bundeszentrale für politische Bildung, 9.Februar 2007. www.bpb.de/themen/Y4KB65,0,0,Was_ist_Kulturelle_Bildung.html Ruth Noack, Die Ausstellung als Medium: Das Bildungskonzept der documenta 12, Tagung -Das Museum als Laboratorium kultureller Bildung-, Konferenz nationaler Kultureinrichtungen, Deutsches hygiene-Museum Dresden, 25. Januar. Ruth Noack/Roger M. Buergel, Some Afterthoughts on the Migration of Form, in: Afterall, Issue 18, 2008, S.5-15. Jacques Rancière, Die Aufteilung des Sinnlichen, Berlin: b_books 2006. Juliane Rebentisch, Ästhetische Gemeinschaft – diskutierende Öffentlichkeit, Vortrag -documenta Workshop-, Sonderforschungsbereich 626 -Ästhetische Erfahrung im Zeichen der Entgrenzung der Künste-, FU Berlin, 9.November 2007. BemerkungTermine: Fr. 28.11., Sa. 29.11., So. 30.11.2008, Beginn 16:00 Uhr, Raum 0104, AB 10. FB 04 Sozialwesen Uni Kassel WS 2008/2009 Noack Ruth