Uni-Hannover
14. März 2017Bildung Arbeitsmarkt und Geschlecht
Heutzutage erreichen Mädchen häufiger das Abitur und schließen öfters ein Studium in der tertiären Bildung ab. So ist das Bildungssystem einer der wenigen gesellschaftlichen Bereiche, in dem sich Geschlechterungleichheiten gewandelt haben. Allerdings weisen nicht alle Geschlechterunterschiede im Bildungssystem eine Veränderung...
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Jetzt Lernplan erstellenHeutzutage erreichen Mädchen häufiger das Abitur und schließen öfters ein Studium in der tertiären Bildung ab. So ist das Bildungssystem einer der wenigen gesellschaftlichen Bereiche, in dem sich Geschlechterungleichheiten gewandelt haben. Allerdings weisen nicht alle Geschlechterunterschiede im Bildungssystem eine Veränderung auf: Nach wie vor bevorzugen Mädchen und Jungs nach der Sekundarstufe unterschiedliche Ausbildungsgänge und Studienfächer. Dabei interessieren sich Mädchen beispielsweise stärker für geisteswissenschaftliche Studienfächer, während Jungs in Natur- und Ingenieurswissenschaften überproportional vertreten sind.
Der Wandel des Bildungssystems wurde nicht gleichermaßen von einem Wandel der Geschlechterungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt begleitet. So verdienen Frauen schon bei dem Übergang aus dem Bildungssystem in den Arbeitsmarkt weniger als Männer. Zudem gehen sie häufiger Teilzeit- und inadäquaten Beschäftigungen nach und befinden sich seltener in Führungspositionen. Dabei kann die Frage aufgeworfen werden, inwiefern Frauen von ihrem Bildungsvorsprung profitiert haben.
Im Seminar werden zum einen theoretische und empirische Arbeiten behandelt, die genauer beleuchten, in welchen Aspekten und ab welchem Zeitpunkt Mädchen und Jungen sich im Bildungssystem unterscheiden, z.B. mit Blick auf Kompetenzen, Bildungsabschlüsse und Studienfachpräferenzen. Zum anderen richtet das Seminar den Blick auf den Arbeitsmarkt und analysiert verschiedene Stationen des geschlechtsspezifischen Erwerbsverlaufs. Mögliche Erklärungen für diese Unterschiede im Bildungssystem und auf dem Arbeitsmarkt bieten z.B. Geschlechterrollen, Diskriminierung, die Segregation des Bildungssystems und Arbeitsmarktes sowie die geschlechtsspezifische Verantwortung der Frauen für die Familie. Von jedem Teilnehmer/jeder Teilnehmerin sind für diese (gemeinsame) Diskussionen von Texten und Materialien schriftliche und mündliche Leistungen zu erbringen. Das Seminar empfiehlt sich für Studierende, die Vorkenntnisse in der Bildungs- und/oder Arbeitsmarktforschung haben.
Institut für Soziologie
Universität Hannover
WiSe 2016/17
Hägglund Anna Erika