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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Kunstgeschichte als Kulturgeschichte 8211 Lesarten des Barock von Rosenzweig bis Winckelmann

Ausgangspunkt des Seminars bildet der 2006 von der Universität Kassel erworbene Teilnachlass des deutsch-jüdischen Philosophen Franz Rosenzweig. Ausgehend von zwei kunsthistorisch-geschichtsphilosophischen Texten, den Skizzen zum Barock (1909) und Tagebucheintragungen zum Barock von 1908, sollen Forschungsperspektiven zu Rosenzweigs Konzeption der Epoche...

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Ausgangspunkt des Seminars bildet der 2006 von der Universität Kassel erworbene Teilnachlass des deutsch-jüdischen Philosophen Franz Rosenzweig. Ausgehend von zwei kunsthistorisch-geschichtsphilosophischen Texten, den Skizzen zum Barock (1909) und Tagebucheintragungen zum Barock von 1908, sollen Forschungsperspektiven zu Rosenzweigs Konzeption der Epoche des Barock und den damit einhergehenden grundlegenden geschichtsphilosophischen und kulturtheoretischen Reflexionen unter Berücksichtigung des Kasseler Teilnachlasses ausgelotet werden. Die Kunst der bis weit ins 20. Jahrhundert überwiegend negativ konnotierten Epoche des Barock stellte eine besondere Herausforderung für die eben erst in Entstehung begriffenen wissenschaftlichen Disziplin der Kunstgeschichte dar. In Opposition zur von Jacob Burckhardt glorifizierten Renaissance wurde die Kunst und die Architektur des Barock als theatralisch, regelwidrig, überbordend und zu subjektivem Exzess neigend beschrieben und galt darüber hinaus als kultureller Ausdruck politischer Unfreiheit, als Kunst des Absolutismus und der Gegenreformation (jesuitischer Stil). Franz Rosenzweigs Skizzen zum Barock stehen im Umfeld einer ganzen Reihe von Versuchen der Epoche des Barock mit neuartigem theoretischen Perspektiven wissenschaftlich fundiert zu begegnen. Bei Analyse des Textes zeigen sich Schlüsselbegriffe der Kunsttheorie (Staat als Kunstwerk, Stil, Einheit/Vielheit, Linearität/Malerisches, Fläche/Tiefe, Wirklichkeit, Subjektivität, Gebärde ), die auf ihre Ursprünge in den Schriften Jacob Burckhardts, Heinrich Wölfflins, Alois Riegls zurück verfolgt oder im Kontext der parallel oder später entstandenen Werke Wilhelm Worringers, Georg Simmels, Aby Warburgs untersucht werden sollen. Am Ende des Seminars werden ausgewählte neuere Forschungsperspektiven der Barockforschung gemeinsam untersucht. In Ergänzung zu dieser Veranstaltung wird sich das Seminar von Prof. Dr. Sitt mit den Meisterwerke des Barock Der Himmel auf Erden oder die Wiederentdeckung eines häßlichen Stils beschäftigen. Studierenden der Kunstwissenschaft wird empfohlen, beide Seminare zu besuchen, da sich dann inhaltliche Diskussion der Texte und Analyse der Kunstwerke besonders gut ergänzen. Module: BA 1.0: II c; VIb; IXb; Xb BA 2.0: II b1; II 2; II c; III a; III b1; Vb; Vc; VII b BA 2.1: II b1; II 2; II c; III a; III b1; Vb; Vc; VII b MA: I 2; II 1; III 2 L1: Modul 2, 6, 7 L2: Module 3, 12, 13, 14 L3: Module 4, 13, 14, 15, 16, 24 Kunsthochschule Kassel Uni Kassel WiSe 2016/17 Philosophie HF Dr. Märtens Susanne